"Worst Case": Adblock Plus trifft Vorbereitungen für Chrome-Update

Von John Woll am 07.06.2019 18:00 Uhr
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Mit einer Anpassung der Schnittstellen in Chrome wird Google die Funktionsweise von Adblockern stark einschränken und teilweise ganz verhindern. Obwohl man eng mit dem Konzern zusammenarbeitet, bereiten sich jetzt auch die Macher von Adblock Plus auf das "Worst Case"- Szenario vor.

Adblock Plus sieht das denkbar schlechteste Ergebnis auf sich zurollen

Ende des letzten Monats hatten wir darüber berichtet, dass Google plant, die Möglichkeiten für Adblocker in seinem Chrome-Browser durch eine Anpassung des Erweiterungs-Systems sehr stark einzuschränken. Mit Einstellung der Schnittstelle "WebRequest" wird es Anbietern von Werbeblockern fast unmöglich gemacht, Inhalte von Webseiten vor dem Laden zu blockieren. Wie jetzt die Entwickler von Adblock Plus gegenüber Golem mitteilen, hofft man zwar auf eine Einigung mit dem Konzern, die die Funktion der eigenen Anwendung sichert, aktuell bereite man sich aber auch auf den "Worst Case" vor.

"Sollten die aktuellen Pläne so umgesetzt werden, würde das erheblichen Aufwand auf unserer Seite erfordern, um Adblock Plus auch für Chrome-Nutzerinnen und -Nutzer in gewohnter Qualität weiter zur Verfügung zu stellen", so die Unternehmenssprecherin Laura Dornheim gegenüber Golem.de. Welche konkreten Schritte dabei unternommen werden sollen, will das Unternehmen zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht mitteilen. Vielmehr hoffe man darauf im "Austausch mit Google" eine Lösung zu erarbeiten, so Dornheim.

Kritik wegen sehr enger Vernetzung

Das Adblock Plus-Unternehmen Eyeo wird dabei von anderen Entwicklern der Branche scharf für seine enge Zusammenarbeit mit Google kritisiert. So schreibt etwa Raymond Hill, Entwickler des Werbeblockers Ublock Origin, in einem Beitrag auf Github, dass die von Google vorgestellte neue Schnittstelle - declarativeNetRequest API genannt - deutliche Ähnlichkeiten mit dem Filtersystem von Adblock Plus aufweist und komplexere Filtermechanismen ausheble. "Ich werde nicht daran arbeiten, das Ublock Origin weniger wird, als es jetzt ist", so Hill. Er sei zuversichtlich, dass sein Adblocker unter Firefox eine Zukunft habe.
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