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Stadia: Provider werden es hassen - und Nutzer mit Volumen-Grenzen

Von Christian Kahle am 07.06.2019 08:28 Uhr
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Die gestern durch Google erfolgte offizielle Vorstellung des Spiele-Streamingdienstes Stadia dürfte nicht nur von Gamern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt worden sein. Sicherlich haben auch die Provider genau hingesehen und schonmal angefangen zu rechnen, wie sich ein Erfolg der Plattform auf ihre Infrastruktur auswirken wird.

Insbesondere bei den kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaften ist mit einem nennenswerten Datendurchsatz zu rechnen. Die Kollegen des US-Magazins PC Gamer haben sich die Sache etwas genauer angesehen und schätzen derzeit, dass die Nutzung eines Spiels im 4K-Streaming durchschnittlich ein Traffic-Volumen von 15,75 Gigabyte pro Stunde generieren wird. Diese Menge kommt bereits bei einem durchoptimierten Stream zusammen.

Solch hohe Durchsatzraten werden durchaus auch erreicht, wenn Nutzer beispielsweise 4K-Videos von Netflix und Co. streamen. Allerdings beschränkt sich dies dann meist auf einen überschaubaren Zeitraum. Gestandene Gamer werden allerdings oft erst richtig warm, wenn die typische Laufzeit eines Films oder zweier Serien-Episoden bereits vorbei ist.

Google Stadia

Das Terabyte geht schnell

Insofern dürfte es nicht allzu schwer fallen, nach einer Nutzungszeit von rund 65 Stunden die Marke von einem Terabyte zu knacken. Das dürfte für Nutzer, die hierzulande mit einem DSL- oder Kabel-Anschluss ausgestattet sind, kein gravierendes Problem darstellen, in den USA verfügen viele User aber auch im Festnetz über eine Kappungsgrenze in dieser Höhe. Dass Stadia eher nichts für volumenbasierte Mobilfunktarife ist, dürfte ohnehin klar sein.

Wahrscheinlich wird der größere Nutzer-Ansturm allerdings im kommenden Jahr losgehen, wenn die kostenlose Basis-Variante von Stadia startet. Hier werden zwar maximal 1080p-Darstellungen bereitgestellt, aber auch das kann zu einer deutlichen Mehrbelastung der Infrastruktur führen. Das hängt natürlich letztlich vom Erfolg der Plattform ab. Da allerdings verschiedene andere Anbieter ebenfalls Streaming-Services für Spiele vorbereiten, dürfte Stadia für die Betreiber der Infrastruktur in erster Linie auch ein Vorgeschmack darauf sein, was noch auf sie zukommen wird.

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