Facebook und Google ärgern: Apple bringt Single-Sign-on ohne Tracking

Von Christian Kahle am 04.06.2019 10:26 Uhr
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Apple nutzt seine große Installationsbasis und die damit verbundene Verbreitung von Apple-ID-Accounts nun, um Facebook und Google in einem weiteren Bereich etwas entgegenzusetzen: Dem Single-Sign-on. Zukünftig sollen sich Nutzer auch mit ihrem Apple-Login bei diversen Webseiten anmelden können - und das mit einem Datenschutz-Versprechen.

Es gibt viele Webseiten und Dienste, die statt einer gesonderten Registrierung der Nutzer auch eine Authentifizierung mit dem Facebook- oder Google-Account anbieten. Die Betreiber der beiden großen Plattformen stellen diesen Service allerdings natürlich nicht ohne Hintergedanken bereit: Für den bequemen Weg der Anmeldung bekommt man im Gegenzug weitere Informationen über das Nutzungsverhalten der jeweiligen User, die sich dann in der Werbevermarktung nutzen lassen.

Wie Apple-Vertreter auf dem "Platform State of the Union"-Vortrag auf dem Entwicklerkongress WWDC ausführten, wolle man hier eine bessere Option bieten. "Es bietet ein schnelles, einfaches Anmelden ohne das ganze Tracking", hieß es bezüglich des neuen Services. Und nicht nur für die Nutzer soll die Sache einfach sein, weil sie sich nur mit ihrer Apple-ID an verschiedenen Orten einloggen können.

Diverse Features

Auch die Seitenbetreiber können den Service einfach einbinden und bekommen diverse Features geboten. Apple verifiziert bei Neuanmeldungen beispielsweise die E-Mail-Adressen, es wird eine Zwei-Wege-Authentifizierung bereitgestellt und ein System zur Betrugserkennung betrieben. Es ist dabei völlig unerheblich, mit welchen Geräten die Anwender letztlich auf einen Dienst zugreifen. Auf Apples eigenen Plattformen kann das System auf die ohnehin vorhandene Anmeldung des Nutzers zurückgreifen, aber auch Logins über Windows oder Android stellen kein Problem dar.

Apple betreibt den Services dabei natürlich nicht einfach nur, um die Konkurrenz zu nerven. Auch der Computerkonzern rechnet hier natürlich mit wirtschaftlichen Effekten, auch wenn diese eher indirekter Natur sind. Denn angesichts der anhaltenden Kritik an den Geschäftsmodellen Facebooks und Googles versucht Apple sich eben als Anbieter zu positionieren, der nicht jeden Klick der Nutzer auswerten und ausschlachten will. Datenschutz dient hier also als Verkaufsargument für die Geräte im hauseigenen Ökosystem.

Siehe auch: WWDC 2019: Alle Highlights der Apple Keynote im Überblick
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