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Huawei: Größter Smartphone-Fertigungspartner stoppt teils Produktion

Von Roland Quandt am 25.05.2019 14:26 Uhr
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Die Auswirkungen des US-Embargos gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei betreffen offenbar auch die Produktion der Geräte in China direkt. Der größte Fertigungspartner von Huawei hat laut Medienberichten aus Asien die Produktion teilweise eingestellt, um sich gegen mögliche Repressionen durch die US-Regierung abzusichern.

Laut dem japanischen Wirtschaftsdienst Nikkei Asian Review hat die Firma Flex, besser bekannt auch als Flextronics, die Fertigung von Huawei-Produkten in einem Werk in der chinesischen Großstadt Zhuhai in dieser Woche vorrübergehend gestoppt. Inzwischen sollen die Lieferungen an Huawei laut einer inzwischen erfolgten Stellungnahme des Vertragsfertigers für den "Großteil" der Erzeugnisse wieder angelaufen sein, ob die Produktion selbst wieder läuft, ist aber noch unklar.

Flex Zhuhai

Dem Bericht zufolge stoppte Flex die für Huawei betriebenen Produktionslinien in seinem Werk in Zhuhai vorgestern vorläufig. Dies wurde von Mitarbeitern des Werkes bestätigt, wobei diese auf eine von dem Unternehmen an die von dem Fertigungsstopp betroffenen Mitarbeiter übermittelten Notiz verwiesen. Diese gelangte inzwischen auch ins Internet, wobei darin davon die Rede ist, dass Flex zunächst prüfen wolle, ob das Unternehmen mit dem weiteren Betrieb seiner Fertigung für Huawei gegen das US-Handelsverbot verstoßen würde.

Flex hat sein administratives Hauptquartier in den USA

Hintergrund ist der Umstand, dass Flex bzw. Flextronics zwar seinen Hauptsitz in Singapur hat, das Alltagsgeschäft aber von Kalifornien aus geleitet wird. Flex bestätigte mittlerweile, dass man die Produktion in Zhuhai aufgrund der neuen Vorgaben aus den USA in der letzten Woche weitestgehend eingestellt hatte, um sich abzusichern. Mittlerweile soll der Großteil der Erzeugnisse aber wieder an Huawei geliefert werden, weil mittlerweile angeblich feststeht, dass diese nicht von den US-Sanktionen betroffen sind.

Flex: Einblicke in das Werk in Zhuhai

Dass die Fertigung wieder läuft, wurde von Flex allerdings nicht direkt bestätigt, da das Unternehmen ja nur von "Lieferungen" sprach. Schon früh in dieser Woche tauchten in chinesischen sozialen Netzwerken Fotos von der Umgebung des Flex-Werks in Zhuhai auf, auf denen reihenweise Lastzüge zu sehen waren. Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens zufolge versuchte Huawei mit Hilfe der LKWs Komponenten aus dem Werk zu anderen Produktionspartnern zu transferieren, um die Auswirkungen des Fertigungsstopps abzufedern.

Huawei ließ Bauteile wohl zu anderen Werken umleiten

Laut der Asia Times waren mehr als 200 Trucks in der Umgebung des Werks im Einsatz, um die Rohmaterialien und Komponenten für den Bau der Huawei-Smartphones abzutransportieren. Drei von vier Produktionslinien im Flex-Werk seien zu diesem Zeitpunkt außer Betrieb gewesen. Außerdem stellte der Vertragsfertiger die Anwerbung neuer Mitarbeiter ein. Flex soll laut diesem Bericht allein 2018 mehr als 300 Millionen Euro mit seiner Tätigkeit für Huawei umgesetzt haben. Das Werk in Zhuhai stellt vor allem Hauptplatinen für Smartphones her, fertigt aber auch komplette Geräte. Der US-Konzern ist der größte ausländische Investor in Zhuhai und beschäftigt allein an diesem Standort rund 40.000 Mitarbeiter.

In seiner Notiz an die Mitarbeiter hatte Flex laut Marktbeobachtern erklärt, dass sie aufgrund der aktuellen Lage für eine Woche freigestellt würden, während das Unternehmen prüft, ob die US-Vorgaben eingehalten werden können. Konkret war vom Zeitraum vom 23. bis 30. Mai die Rede, so dass aktuell offen ist, ob die Produktion tatsächlich wieder läuft oder doch noch wie geplant ruht. Bei anderen Vertragsfertigern, die für Huawei tätig sind, darunter auch der Apple-Partner Foxconn und der chinesische Konzern BYD liefen laut anderen Berichten weiterhin aktuelle Produkte wie das Huawei P30 uneingeschränkt vom Band.

Wichtige Updates zum Thema: Derzeit erreichen uns stetig immer mehr Details und offizielle Statements zum vorläufigen Entzug der Huawei-Android-Lizenz und der möglichen Beendigung der Zusammenarbeit seitens US-amerikanischen Unternehmen, die wir in folgenden Artikeln separat aufbereitet haben.

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