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Honor 20 Pro: Huawei Top-Smartphone erhält keine Android-Freigabe

Von Roland Quandt am 23.05.2019 12:33 Uhr
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Das Ausmaß der Probleme für den chinesischen Tech-Konzern Huawei durch die US-Sanktionen der Trump-Regierung nimmt immer weiter zu. Jetzt wurde bekannt, dass das erst vor zwei Tagen vorgestellte neue Top-Smartphone Honor 20 Pro keine Android-Zertifizierung bekommen hat - und möglicherweise auch nicht bekommen wird.

Huaweis Tochtermarke Honor hat die neuen High-End-Modelle erst vor zwei Tagen offiziell vorgestellt: Mit dem Honor 20 und Honor 20 Pro will man wie üblich ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten und so Kunden erreichen, die zwar gut ausgestattete Smartphones wünschen, aber nicht bereit sind, rund 1000 Euro in ein Gerät zu investieren. Erste Tests bestätigten dann auch, dass die neue Honor 20-Serie ordentliche Hardware zu vergleichsweise niedrigen Preisen bietet.

Honor 20 & Honor 20 Pro: Günstige Top-Smartphones im Hands-On
Hinweis: Bei den gezeigten Geräten der HONOR 20-Serie handelt es sich um Demoversionen, die sich in Aussehen und Funktion von den finalen Versionen unterscheiden können.

Wie 01net aus Frankreich allerdings im Zuge des Launch-Events von Honor erfuhr, scheint das Honor 20 Pro als erstes Modell der erst kurz vor dem Launch der neuen Serie bekanntgewordenen Suspendierung von Huaweis Android-Lizenz zum Opfer zu fallen. Eigentlich sollte das Gerät, wie auf den Launch-Events von Huawei-Smartphones üblich, in Form von Modellen aus der ersten Produktions-Charge an die anwesenden Medienvertreter verteilt werden, um ihnen Testberichte zu ermöglichen. Wie berichet, wurden die zuvor angekündigten Teststellungen dann aber extrem kurzfristig abgesagt, ohne dass Honor Gründe dafür nannte.


Die Kollegen berichten nun, dass man im Rahmen der Präsentation der Vorstellung der neuen Honor 20-Serie von Vertretern des Unternehmens dann doch erfuhr, dass Huawei schlichtweg keine andere Wahl hatte. So hätten Mitarbeiter von Honor der französischen Presse sehr offen und eindeutig erklärt, dass beim Honor 20 Pro noch die Zertifizierung für den Vertrieb mit einer offiziellen Version von Android inklusive der dazugehörigen Google-Dienste ausstehe.

Das Honor 20 kam noch durch

Da Google seine Zusammenarbeit mit Huawei als Reaktion auf die US-Sanktionen eingestellt hat, dürfte es vorläufig auch nicht zu einer Zertifizierung kommen. Das Gerät kann somit nach aktuellem Stand von Huawei in Europa nicht mit den Google-Services ausgeliefert werden. Zwar gibt es durchaus Hoffnung, hatten die US-Behörden den amerikanischen Firmen doch zuletzt für einen Zeitraum von 90 Tagen die Möglichkeit eingeräumt, weiter mit Huawei zusammenzuarbeiten, doch beschränkt sich dies auf Updates für bestehende Geräte. Das Honor 20 Pro dürfte aber mangels vorhandener Android-Freigabe nicht dazugehören.

Ursprünglich sei der Launch des Honor 20 Pro für Anfang Juli angesetzt gewesen, heißt es in dem Bericht aus Frankreich weiter. Inzwischen nennt Huawei keinerlei Termin mehr, sondern sprach schon auf dem Honor 20-Launch nur noch von einer "baldigen" Verfügbarkeit. Vorläufig setzt die Huawei-Tochtermarke nun voll auf das "normale" Honor 20, das es noch rechtzeitig durch die Android-Zertifizierung schaffte, bevor Trumps Bannhammer fiel.

Allerdings wird auch dieses Modell offenbar später als gedacht auf den Markt kommen. Ursprünglich war von einer Verfügbarkeit ab der ersten Juniwoche die Rede, doch mittlerweile strebt Honor einen Release gegen Ende Juni an - und hofft in der Zwischenzeit dem Vernehmen nach auf eine gütliche Lösung der aktuell sehr problematischen Situation.
Wichtige Updates zum Thema: Derzeit erreichen uns stetig immer mehr Details und offizielle Statements zum vorläufigen Entzug der Huawei-Android-Lizenz und der möglichen Beendigung der Zusammenarbeit seitens US-amerikanischen Unternehmen, die wir in folgenden Artikeln separat aufbereitet haben.

  • 22.05. 11:39 Uhr
    Huawei soll Lizenz für Smartphone-CPUs auf ARM-Basis verlieren

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    Huaweis Endkunden-Chef Richard Yu hat sich erstmals zu den Trump-Sanktionen geäußert. Seinen Angaben zufolge ist neben Android auch Windows betroffen. Es sei für ihn kaum zu glauben, dass die USA in einen von ihren Sicherheitsbedenken nicht betroffenen Bereich eingreifen.

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    Huawei soll laut chinesischen Medienberichten eine eigene Android-Alternative angekündigt haben. Das Ersatz-Betriebssystem soll auf Smartphones, PCs und anderen Plattformen laufen und mit Android-Apps kompatibel sein. Andere Quellen melden jedoch, dass dieses sogenannte "Project Z" alles andere als fertig sei.

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    Die US-Regierung hat in einem überraschenden Schritt kurzfristig bekannt gegeben, dass Huawei für einen Zeitraum von zunächst 90 Tagen weiterhin mit seinen bestehenden Lieferanten aus den USA interagieren und somit wenigstens vorläufig für die Update-Versorgung seiner Kunden garantieren kann.

  • 20.05. 16:58 Uhr
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  • Kommentar
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    Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und China erreicht eine neue Dimension. Für die Eskalation ist vor allem ein Mann verantwortlich: Donald Trump. Was will er erreichen? Ein Kommentar.

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  • 20.05. 10:39 Uhr
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    Huawei hat sich mit einiger Verzögerung jetzt erstmals zu dem Thema zu Wort gemeldet. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es, dass alle bestehenden Geräte weiterhin mit Sicherheits-Updates und Services versorgt werden sollen.

  • 20.05. 09:48 Uhr
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    Google hat mittlerweile auch von offizieller Seite angedeutet, dass Huaweis Android-Lizenz suspendiert wurde. Der Internetkonzern sicherte aber zu, dass die Huawei-Kunden auch weiterhin Zugriff auf Google Play und andere Services haben werden.

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    Nach Google haben als Reaktion auf die neuen Sanktionen der Trump-Regierung gegen Huawei die Chipkonzerne Qualcomm, Xilinx, Intel und Broadcomm laut einem Medien­bericht entschieden, vorerst keine weiteren Chips an den Hersteller zu liefern.

  • 19.05. 21:36 Uhr
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