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USA fahren Huawei-Sperre zurück: Updates für Android & Co für 90 Tage

Von Roland Quandt am 21.05.2019 00:12 Uhr
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Die US-Regierung hat in einem überraschenden Schritt kurzfristig bekannt gegeben, dass Huawei für einen Zeitraum von zunächst 90 Tagen weiterhin mit seinen bestehenden Lieferanten aus den USA interagieren und somit wohl wenigstens vorläufig die Update-Versorgung seiner Kunden sicherstellen kann.

Wie das US Department of Commerce vor kurzem bekanntgab, hat man eine sogenannte "Temporary General License" erteilt, die Huawei wieder die Möglichkeit gibt, seine bestehenden Beziehungen zu US-amerikanischen Lieferanten für einen Zeitraum von zunächst drei Monaten aufrechtzuerhalten. Die zeitlich begrenzte Lizenz gilt zunächst ab heute für genau 90 Tage - also offiziell bis zum 19. August 2019.


Das Papier kann ab sofort auf der Website des US-Bundesregisters eingesehen werden, wobei nun die Phase der "Public Review" beginnt. Laut dem beim Federal Register veröffentlichten Papier können US-Firmen nun zumindest zeitweise wieder Produkte, Dienste und Güter an Huawei liefern, von Huawei erhalten und innerhalb der USA transferieren, wobei es eine Reihe von Einschränkungen gibt.

Genaue Vorgaben, wer was mit wem tun darf

So dürfen US-Firmen nun wieder Geschäfte mit Huawei machen, die dem Zweck der Aufrechterhaltung des Supports und der technischen Hilfeleistung für "bestehende Huawei-Endgeräte" dienlich sind. Mit bestehenden Geräten sind in diesem Fall auch Mobiltelefone gemeint, die am oder vor dem 16. Mai 2019 auf dem internationalen Markt erhältlich waren. Die US-Behörden erwähnen außerdem, dass Huawei ausdrücklich über mögliche Sicherheitslücken in seinen Produkten informiert werden und Hilfestellung bei deren Beseitigung erhalten darf - was sicherlich gleichermaßen für Geräte mit Android als auch mit Windows gilt.

Hinzu kommt auch, dass das Unternehmen weiterhin mit seinen Partnern unter den amerikanischen Mobilfunkbetreibern zusammenarbeiten darf, um deren Netze in Schuss zu halten. Dies betrifft fast ausschließlich kleinere Anbieter, die seit Jahren Huawei-Technik eingekauft haben, weil diese gleichermaßen als günstig und andererseits leistungsfähig gilt. Außerdem bekommt Huawei die Möglichkeit, seiner Beteiligung an diversen Industrieverbänden nachzugehen, zu denen unter anderem die IEEE, die Internationale Union der Telekommunikationsindustrie (ITU) und die Verbände der Mobilfunkindustrie wie die 3GPP und die GSMA gehören.

Die temporäre Lizenz verlangt von den US-Firmen, die mit Huawei zusammenarbeiten, dass man grundsätzlich eine Zertifizierungserklärung vorlegt, in der begründet wird, weshalb die Kooperation mit dem chinesischen Konzern von der Lizenz abgedeckt ist. Vorerst bleibt Huawei genauso wie 68 seiner Tochterfirmen aber Bestandteil der sogenannten "Entity List", auf der alle ausländischen Unternehmen vermerkt sind, mit denen US-Firmen keinen Handel treiben dürfen.

Wichtige Updates zum Thema: Derzeit erreichen uns stetig immer mehr Details und offizielle Statements zum vorläufigen Entzug der Huawei-Android-Lizenz und der möglichen Beendigung der Zusammenarbeit seitens US-amerikanischen Unternehmen, die wir in folgenden Artikeln separat aufbereitet haben.

  • 22.05. 11:39 Uhr
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    Huaweis Endkunden-Chef Richard Yu hat sich erstmals zu den Trump-Sanktionen geäußert. Seinen Angaben zufolge ist neben Android auch Windows betroffen. Es sei für ihn kaum zu glauben, dass die USA in einen von ihren Sicherheitsbedenken nicht betroffenen Bereich eingreifen.

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    Huawei soll laut chinesischen Medienberichten eine eigene Android-Alternative angekündigt haben. Das Ersatz-Betriebssystem soll auf Smartphones, PCs und anderen Plattformen laufen und mit Android-Apps kompatibel sein. Andere Quellen melden jedoch, dass dieses sogenannte "Project Z" alles andere als fertig sei.

  • 20.05. 16:58 Uhr
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    Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und China erreicht eine neue Dimension. Für die Eskalation ist vor allem ein Mann verantwortlich: Donald Trump. Was will er erreichen? Ein Kommentar.

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    Huawei hat sich mit einiger Verzögerung jetzt erstmals zu dem Thema zu Wort gemeldet. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es, dass alle bestehenden Geräte weiterhin mit Sicherheits-Updates und Services versorgt werden sollen.

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  • 19.05. 21:36 Uhr
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