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Schrödingers App-Plattform: UWP ist tot und UWP ist nicht tot

Von Witold Pryjda am 09.05.2019 12:24 Uhr
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Die Universal Windows Platform (UWP) von Microsoft ist seit Windows 10 Teil des Betriebssystems bzw. der entsprechenden Microsoft-Bemühungen. So richtig hat sich UWP aber nie durchgesetzt und seit längerem fragen sich Kenner der Materie: Ist UWP tot? Die eindeutige Antwort: Jein.

Die Universal Windows Platform ist gemeinsam mit Windows 10 angetreten, um das App-Erlebnis über alle Plattformen hinweg zu vereinheitlichen. Die Grundidee war, dass man es Entwicklern erleichtern will, eine Anwendung für alle Windows-Fälle zu bieten. UWP-Apps sollten bessere Performance liefern und auch sicherer sein. UWP war überdies in einer Zeit wichtig als Windows 10 Mobile noch eine Rolle in den Überlegungen von Microsoft gespielt hat.

Windows Universal Apps (BUILD 2014)

Was ist los mit UWP?

Doch seit Monaten fragen sich Microsoft-Insider und -Beobachter: Hat UWP eine Zukunft? Das ist auch die Frage, die Mary Jo Foley von ZDNet im Rahmen der Build-Konferenz Kevin Gallo, Corporate Vice President of the Windows Developer Platform, gestellt hat. Denn offiziell geht es UWP bestens. Gleichzeitig sind in den vergangenen Tagen und Wochen diverse Hinweise aufgetaucht, dass Microsoft den eigentlich für die "Legacy"-Schublade vorgesehenen Win32-Anwendungen neues Leben einhaucht.

Darauf hat Foley auch Gallo angesprochen, doch wenig überraschend will dieser nichts davon wissen, dass UWP tot ist. Er gibt aber zu, dass die (religiöse) Spaltung bzw. Aufteilung von UWP und Win32 aus heutiger Sicht ein Fehler war. Seit etwa einem Jahr bemüht sich Microsoft deshalb, dieses Schisma wieder rückgängig zu machen - ohne jedoch UWP zu opfern, wie Gallo betont. So bekommen Win32-Anwendungen immer häufiger "Modern Desktop"-Elemente.

"Nur noch Windows-Apps"

"Wenn wir fertig sind, dann wird alles nur noch Windows-Apps heißen", so Gallo. Zwar sei man noch nicht ganz dort angelangt, aber die grundsätzliche Idee ist es, dass jeder Entwickler Zugang zu jedem Plattform-Feature haben sollte. Im vergangenen Jahr hat Microsoft die "XAML Islands" eingeführt, am Montag schrieb Gallo, dass viele Entwickler wünschen, Elemente aus UWP zu "entkoppeln", auch Wind32-Devs wollen WinUI, MSIX und Windows Terminal nutzen.

Und der Store?

Ähnliches gilt für den Microsoft Store: Auch hier verneinte Gallo die Todesnachricht, Foley hatte zuvor gefragt, warum Microsoft Office-Apps nicht länger dort anbietet. Laut Gallo ist der Store aber kein Glaubensbekenntnis, sondern "nur ein weiterer Vertriebskanal" - aber eben auch nicht der einzige Weg, um an Apps zu kommen.

Anwendungen könne man laut dem Microsoft-Manager auf unterschiedlichen Wegen das Vertrauen aussprechen, eine App muss nicht zwangsläufig im Store sein, um als sicher und gut zu gelten. Foley vermutet, dass Microsoft künftig an einem breiteren Zertifizierung-Modell arbeitet, man aber das Wie der Distribution den Entwicklern überlässt.
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