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Ex-RTL-Chef meint: Netflix hat keine Zukunft - Wir meinen: Bruahahaha

Von Witold Pryjda am 29.04.2019 15:57 Uhr
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Helmut Thoma und Homer Simpson: Zwei der ganz großen Medien- und Gesellschaftsphilosophen unserer Zeit. Der eine fragte vor einer Weile "Das Internet? Gibt's den Blödsinn immer noch?" Der andere ist hingegen der Ansicht, dass Netflix scheitern wird.

Helmut Thoma, der mittlerweile 80-jährige ehemalige Medien-Manager und langjährige RTL-Chef hat dem deutschen Fernsehen zweifellos seinen Stempel aufgedrückt. Er war zwischen 1984 und 1998 maßgeblich dafür verantwortlich, dass aus dem ursprünglich Luxemburger Kanal der größte TV-Privatsender Europas wurde. Thoma, inzwischen weitgehend im Ruhestand, wird auch noch heute gerne nach seiner Meinung gefragt, und diese ist durchaus bemerkenswert.

Netflix? Gibt's den Blödsinn immer noch?

Denn Thoma sagte in einem Interview (via FAZ), dass er nicht glaubt, dass Streaming-Plattformen eine Zukunft haben. "Anbieter wie Netflix werden aller Voraussicht nach scheitern", meint Thoma. Er begründet das mit fehlender Abwechslung auf Netflix und Co.: "Am Ende sind diese ganzen Serien doch immer wieder das Gleiche, das langweilt die Zuschauer irgendwann." Die Zuschauer wollen mehr als das, nämlich Nachrichten sowie Magazine und dies böten nur herkömmliche TV-Sender.



Entsprechend ist er auch überzeugt, dass das klassische Fernsehen noch lange nicht tot sei. Er hält nichts davon, das TV totzusagen: "Das ist Quatsch. Es hat eigentlich noch eine große Zukunft vor sich." Ein Aber hat Thoma hier jedoch: Er meint nämlich, dass die Macher technisch mit der Zeit gehen müssten. Thoma: "Virtual Reality zum Beispiel wird ganz neue Dimensionen eröffnen." Was VR mit Fernsehen zu tun hat, erklärte der 80-Jährige indes nicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Thoma kritisch zu Netflix äußert. In einem Interview mit dem österreichischen Medienmagazin Horizon sagte Thoma: "Netflix ist ein Phänomen, aber ich weiß nicht, ob es sich auf Dauer hält. Das ist auch nichts Neues, denn große Studios in Hollywood, die Serien und Filme produzieren, gibt es seit fast 100 Jahren. (...) Ich sehe bei Netflix derzeit eine Entwicklung wie bei Tesla: Da wird Geld, Geld und nochmal Geld hineingepumpt; irgendwann wird man sehen, dass auch die nicht zaubern können. Sieht man sich die Nutzungszahlen an, ist das im deutschsprachigen Raum sehr überschaubar."

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