Zahnloser Tiger: Verdi bestreikt Amazon auch zu Ostern wieder

Von Nadine Juliana Dressler am 15.04.2019 12:30 Uhr
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Verdi und seine Gewerkschaftsmitglieder in Anstellung bei Amazon werden nicht müde, den Online-Riesen zu bestreiken. Zum laufenden Oster-Geschäft will man wieder etwas Sand ins Getriebe streuen und mit Arbeitsniederlegungen auf die Aufnahme von neuen Tarifverhandlungen pochen.

So viele Menschen arbeiten für die Tech-Riesen

Verdi will auch das diesjährige Oster-Geschäft von Amazon wieder bestreiken und für den Arbeits­kampf nutzen. Man ruft dazu zu Arbeitsniederlegungen auf. Demnach haben bereits Beschäftige an den Standorten in Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen, Bad Hersfeld (Hessen) und Koblenz (Rheinland-Pfalz) in der Nacht von Sonntag auf Montag die Arbeit niedergelegt. Weitere Standorte und Termine könnten noch folgen. Amazon sieht der Aktion wie in der Vergangenheit gelassen entgegen. Man rechnet nicht mit Beeinträchti­gungen in der Versandtätigkeit, so dass alle Kunden ihre Oster-Geschenke rechtzeitig bekommen sollten.

Angekündigte Streikdauer

In Rheinberg und Werne wird dabei bis einschließlich Gründonnerstag, 18. April, gestreikt. In Koblenz endet die Arbeitsniederlegung bereits heute wieder, in Bad Hersfeld soll bis einschließlich morgen, Dienstag, 16. April, gestreikt werden.

Bisher - und damit meint man die letzten sieben Jahre, in denen Verdi regelmäßig vor Feiertagen oder zu Amazons Schnäppchen-Events gestreikt hat - konnte Verdi jedoch bei dem US-Handelsriesen noch kein Einlenken oder Umdenken erreichen.

Amazon ist dabei aktuell nicht das einzige Unternehmen, bei dem zu Ostern zu Streiks aufgerufen wurde. Hintergrund ist laut Verdi die anstehende Einzelhandelstarifrunde in den Ländern.

"Die Beschäftigten geben nicht auf, im Gegen­teil. Sie treten auch weiterhin ein für ihr Recht auf einen Tarifvertrag, um existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber verhandeln zu lassen. Sie wollen damit auch die Willkür eines Handelsunternehmens beenden, das seine Beschäftigten mit Arbeitshetze und um­fas­senden Kontrollen unter Druck setzt.

Tarifverträge sind ein Zeichen für Respekt und Anerkennung der Arbeit. Das verlangen die Beschäftigten auch von Amazon",
erklärte Stefanie Nutzenberger, Mitglied im Vorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

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