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Nichts für Milchkannen? - Die ersten 50 Kühe in England haben 5G

Von Christian Kahle am 15.04.2019 12:52 Uhr
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Während hierzulande Bundesministerinnen den Fortschrittsoptimismus bremsen, indem sie erklären, 5G sei ja nicht an jeder Milchkanne nötig, hat man in England nun bereits die erste Rinderherde mit dem neuen Mobilfunkstandard vernetzt. Bei den tierischen Technologie-Pionieren handelt es sich konkret um 50 Holstein-Rinder.

Der Testbetrieb, der am Agricultural Engineering Precision Innovation Centre (Agri-EPI Centre) in Shepton Mallet im Südwesten Englands angelaufen ist, wird in Kooperation mit Cisco durchgeführt. Hier bedient man sich der Tatsache, dass die 5G-Technologie ohnehin auch dafür dienen soll, Funkverbindungen für das so genannte Internet of Things zur Verfügung zu stellen.

50 Milchkühe einer 180 Tiere starken Herde wurden dabei nun mit Halsbändern und Ohr­mar­ken ausgestattet, in denen zusätzliche Technik verbaut ist, wie die Nach­rich­ten­agentur Reuters berichtet. In der Versuchsanlage gibt es bereits länger diverse Dinge, mit denen die Haltung der Rinder weiter optimiert werden soll. Das reicht von einer wettergesteuerten automatischen Öffnung der Ställe über eine Futterabgabe passend zu der Kuh, die sich dem Spender nähert, bis hin zu automatischen Bürsten, die von den Tieren aktiviert werden können.

Jede Kuh im Land am Netz

Durch die 5G-Technik soll zukünftig noch viel genauer verfolgt werden können, wie sich das einzelne Tier entwickelt, welche Futtermengen es benötigt und wie hoch die Milchleistung ist. Die Systeme schlagen dann aber auch Alarm, wenn ein Tier atypische Verhaltensweisen an den Tag legt und eine Krankheit vorliegen kann.

Bisher wurden auch schon diverse Parameter in IT-Systemen erfasst - allerdings einzeln auf lokalen Rechnern, nur gelegentlich erfolgten Uploads zu zentraleren Datenbanken. "Wir können jetzt jede Kuh vernetzen, wir vernetzen jedes einzelne Tier auf der Farm", erklärte Nick Chrissos, der das Projekt von Ciscos Seite aus betreut. Die Daten können dann auch direkt in Echtzeit an größere Verbünde fließen, was es sehr viel einfacher macht, bestimmte Entwicklungen wie etwa wetterbedingte Produktionsflauten schnell zu erkennen.

Siehe auch: Bildungsministerin: Die Bauern können gern noch lange auf 5G warten
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