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Klima ist kein gutes Geschäft: Amazon macht seit Jahren groß in Öl

Von Christian Kahle am 12.04.2019 12:16 Uhr
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Der Handelskonzern Amazon hat gerade erst verkündet, über drei neue Projekte die Nutzung regenerativer Energieträger fördern zu wollen, da tauchen Berichte auf, die ein deutlich weniger freundliches Licht auf das Unternehmen werfen. Denn von all den bisherigen Versprechungen für mehr Klimaschutz ist im Kern recht wenig geblieben.

Als vor einigen Jahren quasi alle großen Tech-Konzerne Pläne vorstellten, mit denen sie in absehbarer Zeit auf eine hundertprozentige Versorgung mit ökologischer Energie umstellen wollten, sah sich auch Amazon gezwungen mitzuziehen. Gut zwei Jahre lang ging es auch kräftig voran und Konzernchef Jeff Bezos köpfte auch schonmal eine Champagner-Flasche in der luftigen Höhe eines neuen Windkraftwerkes.

Dann aber wurde es ziemlich ruhig. Das könnte daran liegen, dass das Unternehmen schlicht ein lukrativeres Geschäftsfeld ausfindig gemacht hatte: Den Kollegen vom US-Magazin Gizmodo liegen inzwischen interne Dokumente vor, die einen Vorstoß ins große Geschäft mit Erdöl und Erdgas ab dem Jahr 2017 zum Thema haben.

Öko passt grad nicht

Insbesondere für das lukrative Cloud-Geschäft sah das Amazon-Management hier enorme Möglichkeiten. Und die Aufträge kamen: BP, Shell, Halliburton und viele andere Öl-Größen gehören heute zu den festen Größen in der Kundschaft. Amazon versorgt sie dabei mit allerlei technischem Know-How, angefangen von der automatisierten Ölförderung mit einem großen Verbund von vernetzten IoT-Systemen bis hin zu KI-Algorithmen, die die Exploration von Lagerstätten voranbringen.

Alles in allem trägt Amazon also ein ordentliches Stück dazu bei, dass die fossilen Energieträger weiterhin wirtschaftlich ausgebeutet werden und letztlich verbrannt werden können. Da würde es natürlich nicht besonders gut passen, wenn man auf der anderen Seite immer wieder öffentlich regenerative Energien für die eigenen Datenzentren promotet. Und demzufolge stagniert der Anteil von Ökostrom auch seit geraumer Zeit.

Entsprechend fällt dann auch das Urteil im diesjährigen Greenpeace-Report aus: "Entgegen Amazons öffentlicher Zusage hofft das weltweit größte Cloud-Unternehmen darauf, dass niemand Notiz davon nimmt, dass es seine Ecke des Internets immer noch mit schmutziger Energie betreibt", hieß es dort.
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