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Boerse.to: GEMA-Sperrung bei Vodafone auch mit Roaming im Ausland

Von Stefan Trunzik am 08.04.2019 10:47 Uhr
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Erst vor wenigen Tagen wurden die Netzbetreiber Vodafone und 1&1 von der GEMA gezwungen, den Zugriff auf das deutschsprachige Warez-Forum Boerse.to zu sperren. Das DNS-Blocking verfolgt Kunden beim Roaming dabei sogar bis ins europäische Ausland.

Was ist passiert? Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte - kurz GEMA - hat unter Vorgaben des Bundesgerichtshofs eine Zugangssperrung des Warez-Forums Boerse.to erwirkt. Dabei beruft sich die GEMA auf die so genannte Dead-Island-Regel, nach der auch Dritte, die Zugang zu Seiten ermöglichen, die für Urheberrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden können, tätig werden müssen. Dafür musste die Gesellschaft vorher belegen, dass man selbst "zumutbare Anstrengungen" unternommen hat, um gegen den Verstoß vorzugehen.

Vodafone-Kunden werden auch im Ausland ausgesperrt

Die beiden Provider Vodafone und 1&1 mussten nach einer Verfügung handeln und richteten eine Sperre nach der Methode des DNS-Blockings ein. Obwohl die Sperrung eigentlich nur den deutschen Raum betreffen sollte, scheinen Vodafone-Kunden auch im Ausland auf einen Boerse.to-Zugriff verzichten zu müssen. Die Kollegen von Golem haben sich per Roaming in das dänische Netz von TDC (Tele Danmark Communications) eingebucht, welches in der Standardkonfiguration den Zugang zum Warez-Forum verhinderte. Es erfolgte eine Weiterleitung auf die deutsche WebBlock-Seite von Vodafone mit dem Hinweis: "Dieses Portal ist aufgrund eines urheberrechtlichen Anspruchs vorläufig nicht verfügbar."

Vodafone-Sperre Boerse.to

Ob ein ähnliches Verhalten auch bei 1&1 fest­zu­stel­len ist, konnten die Kollegen nicht aus­pro­bie­ren. Man geht jedoch davon aus, dass es für die Nutzer von Boerse.to keine Schwierigkeit darstellen wird, diese Sperre zu umgehen. So­wohl Vodafone als auch 1&1 stehen dem DNS-Block kritisch gegenüber, wobei 1&1 bereits an­ge­kün­digt hat, gerichtlich gegen die GEMA-Ver­fü­gung vorzugehen. Eine ähnliche Tonalität legt man bei der Telekom an den Tag, obwohl dort sowie auch bei O2 Telefonica noch keine ent­sprech­en­den Verfügungen eingegangen sind und Boerse.to in diesen beiden Netzen bislang erreichbar bleibt.

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