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Geoblocking bei Spielekäufen über Steam: Valve weist Vorwürfe zurück

Von Roland Quandt am 06.04.2019 14:56 Uhr
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Der Spielehersteller und Betrieber der Plattform Steam Valve hat die gestern von der EU gegen das Unternehmen und fünf seiner Partner unter den Spiele-Publishern erhobenen Vorwürfe wegen angeblicher illegaler Absprachen zur Behinderung des Wettbewerbs durch Geoblocking zurückgewiesen. Es sei nicht Sache von Valve, über mögliches Geoblocking zu entscheiden.

Im Gespräch mit dem US-Portal VentureBeat erklärte ein Sprecher von Valve, dass man tatsächlich mit den Publishern Bandai Namco, Capcom, Focus Home Entertainment, Koch Media (Deep Silver) und ZeniMax (Take-Two) zusammengearbeitet hat, um bei einigen Spielen regionsspezifische Produktschlüssel und somit Geoblocking zu ermöglichen. Valve bestritt jedoch, dass man selbst aktuell Spiele mit derartigen Geoblocking-Maßnahmen über den hauseigenen Store vertreibt.

Die Vorwürfe der EU-Kommission würden nichts mit dem Vertrieb von PC-Spielen über Steam zu tun haben. Stattdessen werfe die EU Valve vor, Geoblocking durch Steam-Aktivierungsschlüssel im Auftrag der Publisher ermöglicht zu haben, so dass bestimmte Schlüssel nur in bestimmten Ländern oder Gebieten innerhalb der EU funktionieren würden. Diese Praxis sei jedoch nie weit verbreitet gewesen und bei Valves eigenen Spielen nicht zum Einsatz gekommen.

Valve ist nur Plattformanbieter - sagt Valve

Im Schnitt sei dieses Vorgehen bei "nur rund drei Prozent" aller Spiele angewendet worden, die Steam nutzen. Valve sei zudem als Plattformanbieter nicht für die Geschäftspolitik der Spiele-Publisher verantwortlich zu machen, so Firmensprecher Doug Lombardi. Dafür gebe es auch keinerlei gesetzliche Grundlagen, so zumindest die Meinung von Valve.

Aufgrund der Bedenken der EU habe Valve zudem bereits 2015 aufgehört, "Region-Locks" bei Spielen anzuwenden, außer wenn diese durch regionale Gesetzgebung in bestimmten Ländern unabdingbar waren. So gebe es zum Beispiel bestimmte deutsche Gesetze zu Spieleinhalten und mancher Publisher habe nur für bestimmte Ländern eine Lizenz für den Vertrieb eines Spiels.

Lombardi warnte davor, dass die Maßnahmen der EU-Kommission letztlich negative Auswirkungen für die Kunden in eingen Ländern haben könnten. Der Verzicht auf Geoblocking bei Produktschlüsseln würde zum Beispiel bedeuten, dass die Spiele-Publisher die Preise in weniger wohlhabenden Ländern anheben müssten, um gegen eine Ausnutzung der unterschiedlichen Preisstrukturen durch Zwischenhändler vorzubeugen. Gebe es die Regionalsperren nicht, könnten Dritte die Produkte zum Beispiel in Osteuropa günstig einkaufen und in Westeuropa teurer verkaufen.
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