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Artikel 13: Twitch kündigt an, dass man EU-Nutzer wohl blocken muss

Von John Woll am 02.04.2019 16:44 Uhr
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"Einfach nicht konkret genug": Der Twitch-CEO Emmett Shear hat sich besorgt zu den Folgen geäußert, die Artikel 13 des neuen europäischen Urheberrechts mit sich bringt. Sein Unternehmen sei nach der aktuellen Sachlage dazu gezwungen, europäische Streamer und Zuschauer kom­plett von Übertragungen auszuschließen, um präventiv zu verhindern, dass man gegen Gesetze verstößt.

Twitch weiß noch überhaupt nicht, wie es den Vorschriften entsprechen kann

Das europäische Parlament hat die neuen Urheberrechts-Richtlinien inklusive des sehr umstrittenen Artikel 13 (inzwischen Artikel 17) verabschiedet, das entsprechende Gesetz soll 2021 in Kraft treten und Plattformbetreiber unter anderem für die Inhalte verantwortlich machen, die von Nutzern hochgeladen werden. Jetzt hat sich der Twitch-CEO Emmett Shear sehr besorgt zu der Entwicklung geäußert: "Der Entwurf des Gesetzes ist aus meiner Sicht sehr schlecht. Es ist absolut unklar, was wir machen müssen, um die Auflagen zu erfüllen", so Shear.

Twitch sei im Besonderen von Artikel 13 betroffen, weil praktisch der gesamte Inhalt der Seite von Menschen produziert wird, die Spiele spielen, deren Rechte bei den Entwicklern und Publishern liegen. Wie im Bericht von Fortune zu lesen ist, könnte das Inkrafttreten von Artikel 13 also zur Folge haben, dass europäische Nutzer nicht länger Spiele streamen können. "In manchen Fällen werden sie auch geblockt werden, Streams über den Service anzuschauen", so die aktuelle Einschätzung des Konzerns.

Twitch wird Lobbyarbeit leisten

Wie Shear betont, habe er großes Verständnis dafür, dass neue Wege für den Schutz von Urheberrechten etabliert werden müssen. Allerdings sehe er in dem Weg, den die EU eingeschlagen hat, den falschen Ansatz. "Natürlich gibt es ein Problem mit Content-Piraterie", so der Twitch CEO. Das Gesetz sei aber nicht mit dem Blick auf neue Plattformen verfasst worden.

Deshalb werde Twitch verstärkt Lobbyarbeit leisten, um eine klare Regelung zugunsten von Streamern in der Gesetzgebung zu erreichen. "Wir werden uns darum bemühen, dass das Gesetz eine faire Nutzung erlaubt, die es Nutzern möglich macht, zu experimentieren und neue Dinge auszuprobieren", so Shear.

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