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So zockt man Google & Facebook ab: 122-Mio-Dollar-Betrüger schuldig

Von John Woll am 26.03.2019 18:29 Uhr
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Auch Großkonzerne wie Facebook und Google sind nicht davor gefeit, von Internetbetrügern übervorteilt zu werden. Ein Betrüger aus Litauen hatte es geschafft, die Konzerne um insgesamt 122 Millionen US-Dollar zu erleichtern, bevor seine Betrugsmasche aufflog. Jetzt hat sich der Hintermann schuldig bekannt und muss mit einer Strafe von 9 Jahren Haft rechnen. Das Geld sehen die Konzerne aber nicht komplett wieder.

Vor zwei Jahren hatten wir unter der Überschrift "König der Phisher räumt bei zwei bekannten IT-Konzernen groß ab" über einen der dreistesten und erfolgreichsten Fälle von Phishing berichtet. Der Litauer Evaldas Rimasauskas hatte insgesamt 122 Millionen US-Dollar von Facebook und Google erbeutet. Seine Methode: Er gab sich als Vertreter des Hardwareausrüsters Quanta Computers aus und ließ Google-Mitarbeitern horrende Rechnungen für neues Equipment zukommen - The Register vermutet in seinem Bericht, dass Rimasauskas wohl vor allem falsche Rechnungen für Open-Compute-Server ausgestellt hatte.

Das sind die erfolgreichsten Betreff-Zeilen beim Phishing

Nachdem der 50-jährige Litauer im März 2017 verhaftet und fünf Monate später an die USA ausgeliefert worden war, haben sich jetzt Neuerungen in dem laufenden Verfahren ergeben. Rimasauskas hatte bisher auf unschuldig plädiert, wie einem neuen Dokument zu entnehmen ist, hat sich der Betrüger vor einem Gericht in New York jetzt aber schuldig bekannt. Demnach wird er 50 Millionen US-Dollar an die Behörden überreichen, die auf Konten in Zypern und Lettland liegen, darüber hinaus wird er wohl eine Haftstrafe von 9 Jahren sowie eine Strafzahlung von 300.000 US Dollar leisten müssen - das Urteil soll im Juli gefällt werden.

Ausgeklügeltes Bankennetzwerk

Das US-Justizministerium gibt an, dass ein Großteil des erschwindelten Geldes wieder ausfindig gemacht werden konnte, genaue Summen nennt man hier aber nicht. Wie man nach Angaben der Behörde feststellen musste, hatte Rimasauskas ein ausgeklügeltes Netzwerk an Banken in Slowenien, Litauen, Ungarn, Hong Kong und New York genutzt, um den Weg des Geldes zu verschleiern. Ein Sprecher von Facebook bestätigt gegenüber The Register, dass "ein Großteil der Gelder kurz nach dem Vorfall gerettet werden konnte", Google äußert sich aktuell nicht zu dem Fall.
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