Smartphone-Boom verpennt: Foxconn kritisiert Microsofts Android-Klage

Von Roland Quandt am 12.03.2019 11:22 Uhr
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Der weltgrößte Vertragsfertiger Foxconn hält Microsofts Ansprüche auf Lizenzzahlungen für in Android verwendete Technologien aufgrund angeblicher Patente für eine absolute Frechheit. Der Chef des taiwanischen Konzerns, der für so ziemlich alle Marken ihre Geräte baut, teilte als Reaktion auf eine Klage von Microsoft nun kräftig aus.

Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz warf Terry Gou, Chef der Foxconn Technology Group, Microsoft vor, mit seiner Klage wegen ausgebliebener Zahlungen aus einem 2013 geschlossenen Patentabkommen einen persönlichen Angriff auf seine Person auszuführen. Microsofts Versuch, Patentgebühren auf in Android verwendete Technologien einzutreiben, sei schlichtweg verkehrt.

Gou: Microsoft hat Smartphone-Boom verschlafen, profitiert unrechtmäßig

Microsoft sei in der Smartphone-Ära ins Hintertreffen geraten und habe sich nun nach dem riesigen Erfolg von Android entschieden, eine derart schlechte Strategie zu verfolgen, so Gou weiter. Tatsächlich lässt sich Microsoft schon seit Jahren dafür bezahlen, dass nie öffentlich näher bezeichnete Patente angeblich in Googles mobilem Betriebssystem und bei den damit ausgestatteten Endgeräten verwendet werden. Viele Hersteller zahlen für jedes ihrer verkauften Smartphones eine bestimmte Summe an die Redmonder, für die dies mittlerweile zu einer Milliarden-Einnahmequelle geworden ist.

Gou zufolge habe Foxconn noch nie irgendwelche Patentabgaben an Microsoft gezahlt. Eigentlich besteht seit einigen Jahren das erwähnte Patentabkommen, in dessen Rahmen sich Foxconn dazu verpflichtet hat, für die patentierten Microsoft-Technologien in Android zu zahlen. Genau diese Gebühren will Microsoft nun eintreiben und hat Hon Hai Precision Industry, besser bekannt als Foxconn, nun vor einem Gericht in Nordkalifornien verklagt.

Bei Foxconn sieht man sich schlichtweg nicht in der Pflicht. Der CEO der von Microsofts Klage konkret betroffenen Tochterfirma FIH Mobile Calvin Chih erklärte im Zuge der Pressekonferenz mit dem Firmengründer und Vorsitzenden Gou, dass Verträge das Unternehmen daran hindern würden, überhaupt im Namen seiner Kunden Zahlungen zu leisten, außer man werde von den Klienten direkt dazu aufgefordert.

FIH Mobile ist Foxconns Tochterfirma für den Bau von Smartphones und baut als Vertragsfertiger Produkte für Kunden wie Huawei, Apple, Xiaomi und eine Vielzahl anderer bekannter Marken. Das Unternehmen vertreibt aber auch eine Reihe von Geräten aus eigener Entwicklung, die mit Android laufen. Dies erfolgt über Marken wie Sharp, allerdings in einem relativ kleinen Rahmen. Seit einigen Jahren ist FIH Mobile bzw. Foxconn aber auch Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebspartner von HMD Global, der Firma, die mittlerweile eine ganze Reihe von Smartphones unter dem Markennamen Nokia verkauft.

sentifi.com

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