Jetzt auch mobil Kommentieren!

Irreführende Tesla-Werbung mit Einsparungen muss verschwinden

Von Nadine Juliana Dressler am 07.03.2019 19:07 Uhr
3 Kommentare
Der Automobilbauer Tesla hat sich gegenüber der Wettbewerbszentrale Deutschland verpflichtet, in Zukunft für sein Model 3 nicht weiter mit "geschätzten Einsparungen" zu werben. Bisher hatte Tesla einen fiktiven Benzinverbrauch angesetzt und den Gegenwert als konkrete Einsparung benannt.

Elon Musk - Das Leben in der Zusammenfassung

Die von der Wettbewerbszentrale gerügten Anmerkungen von Tesla sind aktuell so noch auf der Webseite des Herstellers zu finden. Dort liest man zum Beispiel beim Model 3 von einem Basispreis des Fahrzeugs von 52.300 Euro und dazu einen zweiten Preis von 47.300 Euro, der mit "nach geschätzten Einsparungen" ergänzt wird. Die Differenz von 5000 Euro erklärt Tesla dabei mit den ungefähr gesparten Benzinkosten pro Jahr im Vergleich zu den Ausgaben für Strom. Auf der Tesla-Webseite wird das so erklärt:

"Der durchschnittliche Fahrer legt ca. 20.000 Kilometer pro Jahr zurück und gibt in etwa 3.100 € für Benzin aus. Im Vergleich dazu sind die Stromkosten für den Betrieb des Model 3 über die gleiche Strecke 3 Mal geringer. In den fünf Jahren eines durchschnittlichen Fahrzeugbesitzes bedeutet dies eine Benzinkosteneinsparung von ungefähr 10.000 €.

Wir gehen von einer Reichweite von 10,1 Kilometern pro Liter für eine vergleichbare benzinbetriebene Limousine aus. Der Berechnung ist ein nationaler Durchschnittspreis von 0,30 € pro kWh für Strom und 1,51 € pro Liter für Superbenzin in den nächsten 5 Jahren zu Grunde gelegt."


Tesla Model 3

Ab dem 20. März muss die Einsparungs-Werbung verschwunden sein

Ab dem 20. März hat sich Tesla nun verpflichtet, diese Bewerbung der Einsparungen zu unterlassen. Die Art und Weise wie sie von Tesla genutzt wird, ist nach der Auffassung der Wettbewerbszentrale eine Irreführung, denn die Angaben sind letztlich nicht nur willkürlich, sondern auch intransparent und widersprechen damit den Grundsätzen von Preiswahrheit und Preisklarheit, wie es das deutsche Recht vorsieht.

Unter lauterkeitsrechtlichen Aspekten kann ein solcher Betrag nicht von dem vom Kunden zu zahlenden Kaufpreis oder der monatlichen Rate abgezogen werden, weil der Kunde zum Zeitpunkt des Kaufs oder der Finanzierung den vollen genannten Preis bezahlen muss, erläutert die Wettbewerbszentrale. "Eine solche Preisdarstellung verstößt auch gegen die Regelungen der Preisangabenverordnung", hieß es dazu.

Die Wettbewerbszentrale ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für einen fairen Wettbewerb einsetzt.

Siehe auch:
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
3 Kommentare lesen & antworten
Verwandte Themen
Tesla
Hoch © 2000 - 2019 WinFuture Impressum Datenschutz