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Na sicher! - Neue Samsung-Fernseher jetzt mit McAfee-Bloatware

Von Christian Kahle am 01.03.2019 08:35 Uhr
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Die Auseinandersetzung mit Bloatware bleibt längst nicht mehr den Käufern neuer Computer und Smartphones vorbehalten. Auch bei Fernsehern werden nun Anwendungen vorinstalliert, die dem User nichts bringen und eigentlich nur dem Marketing dienen. Samsung hat hier eine entsprechende Vereinbarung mit dem AV-Unternehmen McAfee getroffen.

In einer Stellungnahme gegenüber dem US-Magazin TechSpot erklärten die Südkoreaner, dass sie nun nicht mehr nur Marktführer bei Smart-TVs seien, sondern auch der erste Anbieter, der seine Geräte mit vorinstallierter Sicherheits-Software vertreibt. Man wolle damit unterstreichen, dass Security von Beginn an ein wichtiges Thema im Lebenszyklus von Samsung-Produkten sei.

So also die offizielle Version. Inoffiziell dürfte es einfach darum gehen, dass McAfee dem Gerätehersteller Geld dafür zahlt, um ab Werk auf den Geräten präsent zu sein. Denn sonst würde man wohl kaum Verbraucher finden, die eine Lizenz für "McAfee Security for TV" erwerben und die Software dann auf ihren Fernsehern installieren. Da die meisten Geräte die wichtigsten Apps für die großen Streaming-Dienste bereits mitbringen, wird ohnehin nur wenig Software von den Nutzern selbst installiert.

Eindrücke von den Samsung-Fernsehern mit QLED-Panel

Echte Sicherheit geht anders

Und notwendig ist dies bei einer Security-Software ohnehin nicht. Schon auf PCs ist der Sinn solcher Antivirus-Lösungen im besten Fall ziemlich umstritten. Und hier hat man es mit einer sehr offenen Plattform zu tun, die darauf ausgelegt ist, Software aus allen möglichen Quellen betreiben zu können. Die Samsung-Fernseher sind hingegen hochgradig kontrollierte Systeme, auf denen ein eigens angepasstes Tizen OS läuft.

Wenn es wirklich in erster Linie um die Sicherheit der Nutzer gehen würde, wäre es letztlich eher sinnvoll, die Security-Maßnahmen des Betriebssystems zu optimieren, als eine Bloatware mitzuliefern, die im Zweifelsfall neue Schwachstellen in die tieferen Bereiche der Firmware einfügt. Das würde aber eben keine zusätzlichen Einnahmen versprechen.

Siehe auch: Facebook-App & andere Bloatware nicht mehr von Smartphone löschbar
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