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Klimawandel: Extremes Wetter wird erschreckend schnell normalisiert

Von John Woll am 26.02.2019 14:22 Uhr
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Das Wetter ist in der menschlichen Kommunikation schon immer ein sehr wichtiges Thema: Wie jetzt aber eine groß angelegte Untersuchung zeigt, scheinen wir in der Kommunikation zu extremen Wetterlagen sehr schnell dazu zu neigen, diese zu normalisieren. Die Konsequenz: Außergewöhn­liche Wetterlagen, die im Klimawandel immer öfter zu erwarten sind, verlieren recht schnell ihre warnende Wirkung auf Menschen.

Wenn das Wetter schlecht ist, sorgt das Gedächtnis eben für Sonnenschein

Was für Wetter stufen Menschen als außergewöhnliche ein, wann ändert sich diese Ansicht und was sagt das über die öffentliche Wahrnehmung des Klimawandels aus? Mit dieser Fragestellung hat ein Team von Wissenschaftlern der University of California eine neue Studie erstellt, die analysiert, wie der Austausch über Wetter das Bild der aktuellen Lage formen kann. Für ihre Arbeit analysierten die Forscher zwei Milliarden Tweets, die zwischen 2014 und 2016 verfasst worden waren und sich mit dem Thema Wetter befassten.

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Wie die Wissenschaftler erläutern, hatte man dabei unter anderem einen Blick darauf geworfen, bei welchen Temperaturen die meiste Konversation über das Wetter zu registrieren war. Dabei konnte man zunächst feststellen, dass in etwa ungewöhnliche hohe Temperaturen zu bestimmten Jahreszeiten für mehr Nachrichten sorgen. Allerdings: Wiederholen sich diese Wetterlagen auch in den folgenden Jahren, äußern sich Menschen sehr viel weniger dazu. Das Resümee der Forscher: "Es gibt ein Risiko, dass wir sehr schnell Bedingungen normalisieren, die wir gar nicht normalisieren wollen", so Frances C. Moore, der Chefautor der Studie.

Der kochende Frosch

Die Forscher erklären dieses Phänomen mit der alten Metapher des kochenden Froschs: "Wenn ein Frosch in einen kochenden Topf hüpft, springt er sofort wieder heraus. Wenn man aber stattdessen den Frosch im Topf langsam erhitzt (...) wird er letztendlich gekocht." Natürlich sei dieses Bildnis nicht wissenschaftlich korrekt, beschreibe aber gut das Phänomen, dass Änderungen durch den Klimawandel sehr schnell als normal wahrgenommen werden können.

"Wir sehen hier einen echten Kochender-Frosch-Effekt", so Moore. "Menschen scheinen sich an Änderungen zu gewöhnen, die sie eigentlich vermeiden wollen. Dass sie nicht mehr darüber reden, bedeutet aber nicht, dass sich ihre Lage nicht verschlechtert."

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