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Historisch wertvoll: Angela Merkel wird für Facebookseiten-Aus kritisiert

Von John Woll am 11.02.2019 16:37 Uhr
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Angela Merkel wird kein sehr zugänglicher Umgang mit Technologien bescheinigt, dass die Bundeskanzlerin jetzt ihre Facebook-Seite offline nimmt, sorgt für laute Kritik aus unterschiedlichen Richtungen. Historiker sehen darin ein Dokument, dem historische Bedeutung zukommt, eine Diskussion um die Relevanz von Social-Media-Aktivitäten von wichtigen Persönlichkeiten ist entbrannt.

Muss das Facebook-Konto von Angela Merkel erhalten bleiben?

Auch abseits von Donald Trump, der für die Nutzung von Social Media berühmt berüchtigt ist, nutzen viele Politiker Social-Media-Kanäle, um mit Bürgern in Kontakt zu treten. Angela Merkel hatte laut heise Anfang Februar angekündigt, dass sie ihre Facebook-Seite, mit zuletzt 2,5 Millionen Likes, vom Netz nehmen werde. Ihre Begründung: Sie sei jetzt nicht mehr die CDU-Vorsitzende, werde den sozialen Medien aber weiter über die Facebook-Seite der Bundesregierung und einem Instagram-Konto erhalten bleiben.

Wie der Spiegel berichtet, haben verschiedene Stellen jetzt laute Kritik an dem Vorgehen der Kanzlerin angemeldet. Der Bibliotheksjurist Eric Steinhauer stellt so unter anderem die Forderung, dass die Seite im Netz weiter einsehbar bleibt. Laut Spiegel-Informationen soll das Team von Angela Merkel die Seite auf den Rat von Facebook hin nicht komplett gelöscht, sondern in den Status-Einstellungen auf unveröffentlicht gesetzt haben. Steinhauer sieht in diesem Handeln seine Befürchtung bestätigt, dass vielen digitalen Zeitzeugnissen ein zumindest unklares Ende droht.

Eine breite Diskussion zu digitaler Kommunikation

Ein Problem ist hier aus Sicht der Vorsitzenden des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, Eva Schlotheuber, die veraltete Rechtslage, die digitale Kommunikation von Politikern nicht klar als wichtige Dokumente der Zeitgeschichte definiert. Wie heise schreibt, hat der Umgang mit den veränderten Kommunikationsmöglichkeiten auch schon für handfeste rechtliche Konflikte gesorgt: Ende 2018 hatte die Open Knowledge Foundation Deutschland Klage gegen das Bundesinnenministerium erhoben. Der Vorwurf: Private Direktnachrichten, die die Behörde über Twitter verschickt hatte, müsste als Behördenkommunikation öffentlich zugänglich sein. Die Behörde hatte diese ihrerseits als "nicht aktenrelevant" eingestuft.
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