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Von wegen 5G: Post wünscht sich erst flächendeckendes & stabiles LTE

Von John Woll am 04.02.2019 17:52 Uhr
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In Deutschland wird aktuell viel über den Aufbau des neuen Mobilfunk­standards 5G diskutiert, geht es nach dem Chef der Post, sollte die Bundesregierung aber zunächst bei 4G ihre Hausaufgaben machen. Eine wirklich "flächendeckende und stabile Versorgung" mit LTE wäre für sein Unternehmen viel wichtiger.

Die Deutsche Post braucht noch kein 5G, aber gutes LTE

Ein Blick in unser WinFuture LTE & 5G-Special zeigt, dass die Diskussion um den Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G von den Netzbetreibern, Behörden und Beobachtern in den letzten Monaten oft sehr hitzig geführt wurde - einer der Streitpunkte: Wie kann von der Regierung eine gute Versorgung von wirtschaftlich weniger interessanten Regionen gewähr­leistet werden? Geht es nach dem Chef der Deutschen Post, Frank Appel, ist der Fokus auf das neue Netz aber überhaupt nicht zielführend, solange 4G nicht voll ausgebaut ist.

5G-Auflagen reichen nicht weit

"Viel wichtiger als 5G ist eine wirklich flächendeckende und stabile Versorgung mit dem aktuellen Standard LTE", so formuliert Appel gegenüber dem Fokus seine Forderung an die Bundesregierung. Wie der Post-Chef betont, brauchten Brief- und Paketzusteller "derzeit kein 5G-Netz, aber sie benötigen belastbare LTE-Netze". Die Formulierungen machen klar, dass der Chef der Deutschen Post im Betrieb noch viele Probleme mit LTE sieht, für 5G dagegen aktuell noch keine Anwendungsfelder ausmacht.

So hegt Apple im Gespräch mit dem Fokus Zweifel an beschriebenen Einsatzfeldern wie autonomes Fahren, die für den schnellen Aufbau von 5G angeführt werden. Aktuell gebe es vor dem flächendeckenden Einsatz solcher Technik aus seiner Sicht noch viele andere Hürden, bei denen die Politik zunächst einen Rahmen setzen müsse. Unter anderem sei aktuell überhaupt nicht geklärt, "wo überhaupt autonom gefahren werden" soll.

LTE und 5G wachsen zusammen

Mit seinem Appell trifft Appel dabei nicht auf taube Ohren. Wie Golem schreibt, hatte die Telekom erst im Januar betont, dass LTE "auf viele Jahre hinaus die Grundlage für die weitere Entwicklung des Mobilfunknetzes bleiben" werde. Bei Vodafone sollen bis zum Jahresende bereits 4000 Bauprojekte rund um LTE geplant sein. Telefonica hatte im letzten Jahr in 6.700 LTE-Stationen investiert, in diesem Jahr will man beim Ausbau einen Fokus auf den ländlichen Raum und Autobahnen so wie Zugstrecken legen.

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