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Wanze in der Kanzlei: Anwalt verklagt Apple wegen FaceTime-Bug

Von John Woll am 30.01.2019 17:27 Uhr
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Ein Fehler, der es möglich machte, unbemerkt das Mikrofon von FaceTime-Nutzern aus der Ferne zu aktivieren, hat für Apple jetzt auch ein juristisches Nachspiel. Ein Anwalt verklagt den Konzern, weil der Bug es erlaubt haberrn soll, dass Aussagen von Klienten belauscht werden konnten.

Jetzt hat der FaceTime-Bug auch ein juristisches Nachspiel

Die Aufregung rund um Fehler mit dem Apple Betriebssystem iOS ist eigentlich immer sehr groß, selbst wenn die meisten Probleme abseits von genervten Kunden keine wirklich schlimmen Konsequenzen nach sich ziehen. Wie ein Blick in unser iOS-Special zeigt, können wir regelmäßig darüber berichten, dass Apple meist etwas Zeit braucht, um Fehler einzugestehen. In einem aktuellen Fall könnte dieses Verhalten aber ein ernstes Nachspiel haben.

Apple bewirbt das neue Gruppen-FaceTime mit singenden Elvis-Fans
Vor wenigen Tagen hatten wir darüber berichtet, dass ein Fehler bei Apples Videotelefonie-Dienst FaceTime dafür gesorgt hatte, dass Audio- und Video-Aufnahmen ohne Wissen der Benutzer aktiviert werden konnten - ein durchaus schwerwiegendes Problem für einen Konzern, der massiv mit Datensicherheit und dem Schutz der Privatsphäre wirbt. Wie Bloomberg berichtet, hat jetzt ein Anwalt aus Housten Anklage gegen Apple erhoben. Der Vorwurf: Der Fehler hätte es einer unbekannten Person erlaubt, vertrauliche Klientengespräche zu belauschen.

Wie der Anwalt in seiner Anklageschrift ausführt, sei er "während der eidesstattlichen Aussage eines Klienten abgehört worden". Auf Basis von "Fahrlässigkeit, Produkthaftung, Falschdarstellung und Garantieverletzung" wird eine Schadensersatzforderung in bisher nicht genannter Höhe an Apple gestellt. Apple hat sich auf Anfrage bisher nicht zu dem spezifischen Fall geäußert.

Apple umgeht den Fehler

Zum Problem könnte für Apple auch in diesem Fall werden, dass der Konzern laut New York Times (via heise) nur sehr langsam auf Meldungen zu dem FaceTime-Fehler reagiert hat. Nach diesem Bericht war der Konzern schon Mitte Januar von Nutzern auf das große Sicherheits-Problem aufmerksam gemacht worden, hatte aber erst nach mehreren Tagen Schritte eingeleitet und mit der Deaktivierung der FaceTime-Gruppenfunktion eine vorübergehende Lösung bereitgestellt. Am Montag folgte dann die Aussage, dass ein Fix noch in dieser Woche bereitstehen soll.
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