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Made in Algeria: Huawei baut seine Smartphones jetzt auch in Afrika

Von Roland Quandt am 30.01.2019 15:40 Uhr
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Der chinesische Telekommunikationsriese Huawei hat einen neuen Weg gefunden, seine Smartphones selbst in Ländern anzubieten, in denen die Einfuhr derartiger Geräte aufgrund von Importverboten nicht möglich ist. Man fertigt sie einfach vor Ort - zumindest in Algerien, wo nun das erste in Afrika gefertigte Huawei-Smartphone auf den Markt kommt.

Vor wenigen Tagen hat Huawei angekündigt, dass man ab sofort die Smartphone-Fertigung in Afrika aufgenommen hat. Damit ist das Unternehmen einer der ersten Hersteller, der seine Geräte auf dem Kontinent bauen lässt und diese nicht einfach nur aus Asien bzw. China importiert. Die Gründe für diesen Schritt sind allerdings eher politisch motiviert, denn große Vorteile auf der Kostenseite entstehen durch die Produktion in Algerien nicht.

Huawei Y7

So hatte die algerische Regierung vor einiger Zeit die Einfuhr einer Vielzahl von Konsumgütern aus dem Ausland untersagt, um die eigene Wirtschaft zu stabilisieren. Außerdem wurden diverse neue Abgaben eingeführt. Bereits zuvor erhob man eine Einfuhrabgabe auf bestimmte Elektronikprodukte wie etwa Smartphones in Höhe von 30 Prozent. Huawei will seine Geräte aber dennoch in Algerien an den Mann bringen und hat deshalb einen alternativen Weg gefunden.

Konkret arbeitet man mit dem algerischen Unternehmen AFGO-Tech zusammen und hat so eine kleine Smartphone-Fabrik in Algier geschaffen. Dort arbeiten seit kurzem rund 100 Personen daran, zunächst ein bestimmtes Huawei-Smartphone für den algerischen Markt zu bauen. Man baut dort das im letzten Jahr erschienene Huawei Y7 Prime 2018 aus importierten Teilen zusammen.

Um die Produktion in Algier in Gang zu bringen, wurden 18 algerische Ingenieure im Huawei-Hauptquartier in der chinesischen Metropole Shenzhen ausgebildet, wobei sie die üblichen Prozesse und Techniken zum Bau von Smartphones kennenlernten. Das kleine Werk in Algerien soll trotz seiner geringen Größe mit aktuellster Technik bestückt worden sein, um die Huawei-Smartphones nach den üblichen Qualitätsansprüchen zu bauen.

Aktuell ist man nun in der Lage, rund 15.000 Geräte pro Monat zu bauen, will die Stückzahl aber entsprechend der Nachfrage gegebenenfalls auch nach oben anpassen. 2019 sollen insgesamt sechs oder sieben Huawei-Modelle dort vom Band laufen, wobei der Vertrieb des Y7 Prime 2018 als erstes Modell am gestrigen Dienstag begann.
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