TSMC: Fehlerhafte Chemikalie stört Chipfertigung für Nvidia und Huawei

Von Roland Quandt am 28.01.2019 20:12 Uhr
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Huawei, Nvidia und einige andere Kunden des weltgrößten Vertragsfertigers für Halbleiterprodukte TSMC müssen unter Umständen damit rechnen, dass sie ihre Chips nicht in den erhofften Stückzahlen fertigen lassen können. Ob dadurch Engpässe drohen, ist bisher noch offen. Grund sind Probleme mit einer zur Fertigung verwendeten Chemikalie.

Wie der japanische Wirtschaftsdienst Nikkei heute meldete, ließ TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Co.) heute verlauten, dass durch die Verwendung einer "defekten" Chemikalie Schäden an einer Produktionsanlage verursacht worden seien. Das betroffene Werk im Süden von Taiwan bedient normalerweise Kunden wie den Smartphone-Hersteller Huawei, den Grafikspezialisten Nvidia und den Chipanbieter MediaTek.

TSMC zufolge sei eine Lieferung von chemischen Materialien, die während der Chipfertigung verwendet werden, zum Einsatz gekommen, die nicht den Vorgaben des Unternehmens entsprach. Durch Schäden an den Maschinen in dem als Fab 14B bezeichneten Werk im südlichen Taiwan werde die Ausbeute bei der Wafer-Fertigung derzeit massiv beeinträchtigt, hieß es weiter.

Anderen Berichten aus Asien zufolge sollen zehntausende Wafer nicht die benötigte Qualität gehabt haben, so dass die Fertigung in der Fab 14B vorübergehend praktisch vollkommen still gestanden haben soll. In der Fab 14B werden normalerweise Wafer für die Produktion von Chips mit 12 und 16 Nanometern Strukturbreite gefertigt. TSMC ist auch Lieferant von Apple, AMD und diversen anderen bekannten Technologiefirmen, gerade Apple und AMD sollen aber nicht von den Problemen betroffen sein.

Konkret soll eine photoresistive Chemikalie von einem Zulieferer fehlerhaft angeliefert worden sein. Die Fotolackschicht ist bei der Wafer-Lithografie wichtiger Bestandteil, da mit ihrer Hilfe die Chipdesigns auf das Rohmaterial gebracht werden. TSMC zufolge sollen die Probleme mittlerweile behoben sein und es wird keine Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Unternehmens haben. Inwiefern es für die Kunden wie Nvidia und Huawei Einschränkungen bei der Verfügbarkeit ihrer Chips geben wird, ist noch unklar.
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