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Amazon darf Pastewka-Folge aus der letzten Staffel nicht mehr zeigen

Von Christian Kahle am 22.01.2019 12:08 Uhr
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Nun also doch: Der Handelskonzern Amazon darf die vierte Folge der in seinem Videostreaming-Angebot erschienenen Staffel von "Pastewka" nich mehr anbieten. Die zuständige Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) entschied sich dann doch, dass es sich dabei schlicht um unzulässige Schleichwerbung handelte.

Die Episode mit dem Titel "Das Lied von Hals und Nase" wurde übe viele Monate hinweg geprüft. Entsprechende Beschwerden gingen schon vor langer Zeit bei verschiedenen Medienaufsichten ein, doch sahen diese sich hier mit einem wirklich komplizierten Fall konfrontiert. Es musste nicht nur der Sachverhalt, sondern auch die Frage der Zuständigkeit geklärt werden.

In der fraglichen Episode kampiert Bastian Pastewka über Tage auf dem Parkplatz einer Media-Markt-Filiale und die Außenwerbung des Elektronikhändlers ist immer wieder prominent im Bild zu sehen. Daher kam der Verdacht auf, dass hier Produktplatzierung betrieben wird, ohne diese gemäß der gesetzlichen Richtlinien zu kennzeichnen. Anfangs musste erst einmal geklärt werden, wer genau nun aber zuständig ist.

Unbezahlte Werbung?

Denn der formale Sitz des Streaming-Angebotes ist Luxemburg. Aber auch die deutsche Landesniederlassung des Handelskonzern ist zu einem guten Teil für den Dienst verantwortlich. Da diese in München sitzt, hat letztlich die BLM die Sache übernommen und ermittelte über Monate hinweg. Denn ob es sich tatsächlich um Schleichwerbung handelt, war lange nicht genau zu klären.

Die Besonderheit in diesem Fall: Media Markt hatte keineswegs darum gebeten, so präsentiert zu werden. Und die Firma Brainpool, die die Serie produziert, hatte sich ganz normal für die Dreharbeiten auf dem Gelände eingemietet. Dass man sich nun aber entschied, die Umsetzung doch als nicht regelkonforme Produktplatzierung zu betrachten, machte man unter anderem daran fest, dass verschiedene andere Marken wesentlich dezenter in der Serie zu sehen sind - oder gar bewusst in ähnlicher Form nachgebildet werden.

"Die gesamte Folge ist - vor allem in Bezug auf die Marke Media Markt - von häufigen und intensiven Darstellungen und Erwähnungen geprägt, die nicht programmlich-dramaturgisch begründbar sind, so die Begründung der Landeszentrale".

Für Amazon dürfte die aktuelle Debatte um die Entscheidung der BLM nicht ganz unpassend kommen. Denn die fragliche Folge ist bereits seit Anfang letzten Jahres verfügbar und dürfte von den meisten Interessierten schon gesehen worden sein. In Kürze soll aber die nächste Staffel starten und einfacher hätte man kaum so viel Aufmerksamkeit dafür erlangen können.

Siehe auch: Wer braucht schon lineares Fernsehen? Amazon schnappt sich Pastewka

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