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5G als Risiko: Heiße Diskussion um Gesundheitsrisiken entbrennt erneut

Von John Woll am 21.01.2019 19:59 Uhr
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Gerade in technologie-nahen Bereichen wird meist über die Vorzüge von 5G gesprochen und Themen wie der schnelle Ausbau diskutiert. Die neue Technologie sorgt aber auch für eine wieder aufgeheizte Diskussion um die möglichen gesundheitlichen Folgen von Mobilfunktechnologie. Die zuständigen Ministerien versichern, dass bei richtiger Umsetzung keine Risiken drohen, gestehen aber ein, dass es weiterer Untersuchungen bedarf.

Die EU sieht keine Gefährdung, wenn die Werte stimmen

Dass elektromagnetische Felder einen Einfluss auf den Menschen haben können, legen unzählige Studien nahe. Die Diskussion zu möglichen gesundheitlichen Schäden war schon beim Aufbau der 3G und 4G-Netze entbrannt, gewinnt im Zuge der weltweiten Planungen rund um 5G jetzt aber wieder an neuer Dynamik. Da die neuen Netze mit sehr hohen Frequenzen betrieben werden und einen starken Ausbau der Sendeanlagen voraussetzen, sehen Kritiker hier eine deutlich erhöhte Gefahr für den Menschen - der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte bereits im November 2018 deshalb der Bundesregierung einen Forderungskatalog vorgelegt. Jetzt gibt es von verschiedenen Stellen beschwichtigende Worte.

5G-Auflagen reichen nicht weit

So hat laut Tagesspiegel (via Golem) der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis erklärt, dass er 5G für nicht gesundheitsschädlich halte: "Am Ende zählt die wissenschaftliche Beweisführung. Und die sieht in 5G keine Gesundheitsgefahr, solange die geltenden Grenzwerte eingehalten werden", so der litauische Sozialdemokrat. "Nach meinem Kenntnisstand gibt es bei 5G keinen Unterschied zu 3G und 4G. Es sind dieselben elektromagnetischen Strahlungen, und zu denen gibt es bereits umfassende Studien", führt Andriukaitis aus.

Die Bundesämter entwarnen

Wie der Tagesspiegel weiter berichtet, haben sich auch die zuständigen Bundesämter jüngst zu dem Thema zu Wort gemeldet. So habe das Bundesumweltministerium mitgeteilt, dass bei Einhaltung bestehender Grenzwerte für elektromagnetische Felder kein Gesundheitsrisiko mit der neuen Technik verbunden sei. Das Ministerium räumt aber ein, dass es im Bezug auf den "dafür genutzten Hochfrequenzbereich" noch Forschungsbedarf zu Folgewirkungen gäbe.

Wie das Bundesamt für Strahlenschutz ergänzt, würden 5G-Netze "voraussichtlich zunächst Frequenzbänder nutzen, in denen bereits heute Mobilfunk betrieben wird, die für vergleichbare Nutzungen vergeben sind oder die solchen Frequenzbändern benachbart sind". In diesem Bereich seien Erkenntnisse zur Unbedenklichkeit durch mehr als 2500 wissenschaftliche Artikel, darunter rund 1500 experimentelle oder epidemiologische Studien, gestützt.
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