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Politiker-Doxing: Einzeltäter-Theorie gerät zunehmend ins Wanken

Von Christian Kahle am 17.01.2019 07:53 Uhr
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Der Doxing-Fall, der in den letzten Wochen Deutschland beschäftigte, ist für die Ermittler trotz eines Geständnisses noch längst nicht ausgestanden. Inzwischen geht man davon aus, dass der 20-jährige Schüler aus Hessen, den man recht schnell gefunden hat, allem Anschein nach nicht allein handelte, sondern Komplizen hatte.

Der mutmaßliche Täter mit dem Pseudonym "Orbit" wurde am 6. Januar, nur wenige Tage nachdem der Fall erste Wellen schlug, verhaftet. In einem Geständnis räumte er ein, für die Veröffentlichung zahlreicher privater Daten von Prominenten und Politikern im Dezember verantwortlich zu sein. Unklar blieben allerdings Details, wie er genau an den umfangreichen Berg an Daten gekommen sein soll.

Ein nicht unwesentlicher Teil der Sammlung kann unter bestimmten Voraussetzungen durchaus erlangt werden, wenn man mit hinreichend viel Geduld im Netz recherchiert und es mit etwas Social Engineering und Geschick schafft, Service-Features von verschiedenen Online-Diensten auszunutzen. Trotzdem bleibt immer noch ein signifikanter Teil, bei dem es schon etwas mehr Fähigkeiten braucht, um weiterzukommen. Und die Ermittler sind laut einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders RBB-Inforadio und von ARD Kontraste nicht überzeugt, dass der Schüler diese Kenntnisse mitbringt.

"0rbit" kann nicht hacken

Mit dem Geständnis ging eine Zusage zur Kooperation einher. Als die Ermittler den Schüler dann aber vor einen Rechner setzten, damit er ihnen zeigt, wie er genau den Zugangsschutz mancher Accounts umgangen hat, wurde es still. Insbesondere bei einer Zwei-Wege-Authentifizierung kam der mutmaßliche Täter einfach nicht weiter. Daher ist die Frage nach weiteren Beteiligten für die Ermittler zumindest noch offen.

In der nächsten Zeit wird es also weiter darum gehen, die Vorgänge zu rekonstruieren, die zu dem Fall führten. Und außerhalb der engeren Ermittlerkreise fallen noch diverse weitere Fragen an. So beispielsweise die Rolle von Behörden wie dem BSI, die in dem Fall weitgehend versagt haben.

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