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Facebook: Beliebte Android-Apps geben Daten ohne Zustimmung weiter

Von Tobias Rduch am 31.12.2018 12:29 Uhr
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Einer Studie zufolge verstoßen zahlreiche Android-Anwendungen gegen die europäische Datenschutzgrundverordnung. Noch bevor der Nutzer die Möglichkeit dazu hat, die Übermittlung seiner Daten zu verweigern, werden persönliche Informationen an soziale Netzwerke übertragen.

Wie Heise berichtet, wurde die Studie im Rahmen des Hackerkongresses 35C3 in Leipzig vorgestellt. Dabei wurden 34 der Android-Apps mit den meisten Downloads untersucht. Jede der Anwendungen wurde mindestens auf zehn Millionen Geräten installiert. 61 Prozent der Apps übermitteln nach dem Start Daten an Facebook. Dies kann der Nutzer nicht verhindern.

Für die Datenweitergabe ist ein Android-SDK, welches Facebook den Entwicklern von Apps zur Verfügung stellt, verantwortlich. Mit dem SDK lässt sich beispielsweise personalisierte Werbung einblenden. Obwohl es die Möglichkeit gibt, die Menge der versendeten Daten einzuschränken, machen anscheinend nur wenige Entwickler von dem Feature Gebrauch.

So wird neben den Informationen zur Nutzungsdauer und genutzter Betriebssystem-Version auch die Google-Werbe-ID übermittelt. Der dahinterstehende Datensatz enthält Details zum Surf-Verlauf sowie Alter, Geschlecht und weiteren privaten Angaben des Nutzers. Zu den untersuchten Apps zählen unter anderem die Flugplattform Kayak und Taschenlampen-Tools.

Hohe Strafzahlungen möglich

Um solche Fälle verhindern zu können, gilt in der ganzen EU seit Mai 2018 die sogenannte Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Hier wurde festgelegt, dass sich alle Programme eine ausdrückliche Zustimmung des Nutzers einholen müssen, bevor Daten gesammelt und weitergegeben werden. Gemäß der DSGVO können Unternehmen, die sich nicht an die neuen Regelungen halten, mit einer Geldbuße von bis zu 20 Millionen Euro oder sogar vier Prozent des Jahresumsatzes belegt werden.

Facebook sorgte in diesem Jahr mit mehreren Datenskandalen schon öfters für negative Schlagzeilen. Erst vor gut zwei Wochen wurde ein Bug bekannt, der dazu geführt hatte, dass unbefugte Personen Zugriff auf die Fotos von Nutzern erhalten haben. Hiervon waren rund 1500 Anwendungen und damit mehr als 6,8 Millionen Facebook-Nutzer betroffen.
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