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Doppelt kassiert: Auftragshersteller nehmen jetzt Qualcomm unter Feuer

Von Christian Kahle am 19.12.2018 15:57 Uhr
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Der Streit zwischen Apple und Qualcomm bekommt jetzt eine neue Dimension: Eine Gruppe von asiatischen Auftragsfertigern reicht jetzt eine Klage gegen den Chiphersteller ein und fordern hohen Schadensersatz. Denn Qualcomm, so der Vorwurf, kassiere für die gleiche Leistung gleich mehrfach ab.

Qualcomm hält diverse Patente und verdient ganz erquickliche Summen über Lizenzeinnahmen. So fließt beispielsweise für jedes produzierte Smartphone ein bestimmter Betrag an den Konzern. Die Auftragshersteller haben für diese Forderungen allerdings kein Verständnis mehr. Immerhin bezahlen sie ja schon für die Chips, die sie bei Qualcomm einkaufen und in die Geräte einbauen, wie aus einem Bericht von CNBC hervorgeht.

Die Unternehmen Hon Hai Precision Industry (Foxconn), Pegatron, Wistron und Compal - die allesamt auch im Auftrag Apples arbeiten - verlangen von Qualcomm nun als Ausgleich für die so erfolgten Doppelzahlungen Schadensersatz in Höhe von 9 Milliarden Dollar. Auf Qualcomm könnten aber noch deutlich höhere Forderungen zukommen. Denn die Kläger werfen dem Chiphersteller auch einen Missbrauch einer dominanten Stellung am Markt vor, die sein bisheriges Verhalten überhaupt erst möglich machte.

Keine Einigung gewünscht

Sollte dies von den Gerichten ebenfalls so gesehen werden, kämen neben dem reinen Schadensersatz sicherlich auch noch Strafzahlungen hinzu. Und die Chancen stehen nicht gerade schlecht. Immerhin wurde das Unternehmen auch schon einmal dafür belangt, schlicht überhöhte Lizenzgebühren für Patente kassiert zu haben. Im Sinne eines fairen Wettbewerbs dürfen Patentinhaber nämlich nur Gebühren in einer begrenzten Höhe einfordern, damit sie nicht über diesen Weg Konkurrenten kleinhalten oder eine marktbeherrschende Stellung ausnutzen.

Und auf Seiten der Auftragshersteller scheint die Geduld mit Qualcomm auch wirklich am Ende angelangt zu sein. Das zeigt sich auch daran, dass man es wirklich auf ein Urteil anlegt. Ted Boutrous, der die Unternehmen als Anwalt vertritt, erklärte, dass es keine Verhandlungen über eine außergerichtliche Einigung gebe. Immerhin sei die Klage ja das Ergebnis des Ausganges der zurückliegenden Gespräche über die Patentlizenzen.
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