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Der Einweg-Desktop: Microsoft kündigt die Windows Sandbox an

Von Sebastian Kuhbach am 19.12.2018 11:39 Uhr
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In einem Beitrag gab Microsoft bekannt, an einer integrierten Sandbox-Lösung für Windows 10 Pro und Enterprise zu arbeiten. Mit dem Beta-Feature "Windows Sandbox" kann man in einer nahezu vollwertigen, temporären Windows-10-Umgebung Programme installieren und Dateien sowie Apps testen, ohne selbst eine virtuelle Maschine aufzusetzen.

Windows 10: Sandbox

Microsoft sieht die Vorteile der Windows Sandbox darin, ein direkter Bestandteil des Betriebs­systems zu sein. Virtualisierungs-Software von Drittanbietern wird somit in den meisten Fällen nicht mehr benötigt. Zudem werden keine Daten dauerhaft in der Sandbox gespeichert - weder lokal, noch in der Cloud. Einen permanenten, virtuellen PC ersetzt die Sandbox also nicht. Jeder Neustart der App bringt ein neues Windows-10-Image hervor, das einer sauberen Betriebssystem-Version entspricht.

Sicherheit und Effizienz

Für die Kernel-Isolation wird eine Hardware-basierte Virtualisierung genutzt, die durch die Verwendung von Microsofts Hypervisor und der Windows Containers Cloud-Technik einen hohen Grad an Sicherheit bieten soll. Während virtuelle Maschinen sonst aber mit einer komplett eigenen System-Installation in einem Laufwerks-Container arbeiten, wird für die Sandbox bei deren Start eine Kopie des Host-Systems angefertigt.

Das hat auch den Vorteil, dass in der Sandbox eine identische Umgebung läuft, was für Tests von Anwendungen ideal ist, sofern diese später auf dem Host-Betriebssystem installiert werden sollen. Um aber nicht jedesmal eine neue Kopie generieren zu müssen, ist es auch möglich, Schnappschüsse anzufertigen, die dann schneller zur Verfügung stehen. Die temporär zu nutzenden Images nehmen weniger als hundert Megabyte Platz ein, da sie im Grunde keine Betriebssystem-Daten enthalten, sondern fast ausschließlich aus Links auf Dateien des Wirtssystem bestehen.

Voraussetzungen für die Nutzung

Für die Nutzung der neuen Sandbox wird die Pro- oder Enterprise-Edition von Windows 10 im Build 18305 oder neuer benötigt, die es aktuell noch nicht für Außenstehende gibt. Zusätzlich müssen die Virtualisierung im BIOS aktiviert und einige Hardware-Voraus­setz­ungen erfüllt werden. Dazu gehören unter anderem ein mindestens 4 Gigabyte großer Arbeitsspeicher, 1 Gigabyte freier Festplattenspeicher und ein Prozessor mit 2 Rechenkernen (Dual-Core). Microsoft selbst empfiehlt für eine optimale Funktionsweise 8 Gigabyte RAM, ein Solid State Drive (SSD) und einen Vierkern-Chip (Quad-Core) mit Hyper-Threading.

Windows 10: Sandbox

So wird die Windows Sandbox starten

Die Aktivierung der Windows Sandbox erfolgt im Menüpunkt "Windows Features aktivieren oder deaktivieren", der einfach über die Windows-Suche aufgerufen werden kann. Sind die Soft- und Hardware-Voraussetzungen erfüllt, kann danach das temporäre, leicht abgespeckte und vom Hauptsystem isolierte Windows 10 in einer virtuellen Umgebung starten. Anwender können dann ganz in Ruhe nicht vertrauenswürdige Dateien und Programme testen, die das Host-System eventuell beschädigen würden, oder aber auch Software ausprobieren, die tendenziell nicht als sicher angesehen werden kann - etwa weil sie aus einer nicht zuverlässigen Quelle heruntergeladen wurde.

Siehe auch: Windows 10 19H1: Neuer Preview-Build bringt viele neue Features mit

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