Huawei bei Netzausbau raus? Deutsche Telekom prüft Einkaufsstrategie

Von Roland Quandt am 14.12.2018 14:20 Uhr
22 Kommentare
Der Druck der US-Regierung auf ihre internationalen Partner wegen der mutmaßlich möglichen Spionage durch China unter Verwendung von Huawei-Hardware führt nun offenbar auch bei der Deutschen Telekom zu einer Überprüfung der Strategie zum Netzausbau. Ob die Telekom wirklich auf Huawei-Technik beim Aufbau ihrer 5G-Infrastruktur verzichten wird, ist noch offen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die Deutsche Telekom eine Überprüfung ihrer Strategie bei der Zusammenarbeit mit Zulieferern angekündigt. Der Hintergrund ist natürlich die derzeitige Diskussion um den Einsatz von Mobilfunktechnik aus der Produktion des chinesischen Herstellers Huawei sowie anderer ebenfalls chinesischer Anbieter wie ZTE.

Man nehme die weltweite Diskussion über die Sicherheit der Netzwerktechnik aus der Produktion chinesischer Hersteller sehr ernst, erklärte das Unternehmen in einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage von Reuters. Man verfolge bereits eine Strategie der Kooperation mit einer Reihe verschiedener Zulieferer für den Auf- und Ausbau der Mobilfunknetze, so dass die Telekom mit Ericsson, Nokia, Cisco und Huawei gleichermaßen zusammenarbeitet.

Dennoch prüfe man jetzt die Strategie beim Bezug neuer Komponenten für den Netzausbau, so ein Unternehmenssprecher. Beobachter sehen darin auch einen möglichen Versuch der Deutschen Telekom, für Wohlgefallen auf Seiten der US-Regulierungsbehörden im Zuge des angestrebten Zusammenschlusses der US-Tochter T-Mobile mit dem amerikanischen Netzbetreiber Sprint zu sorgen.

Analysten halten einen Verzicht auf Huaweis Mobilfunk-Basisstationen und andere ähnliche Hardware bei der Deutschen Telekom und anderen deutschen Netzbetreibern aktuell für sehr unwahrscheinlich, da die Unternehmen beim Aufbau ihrer Infrastruktur schon seit Jahren stark auf Huawei-Hardware gesetzt haben. Es sei daher schwer, Huawei-Hardware aus den bestehenden Netzen zu entfernen und beim Aufbau der 5G-Netze darauf zu verzichten, auch weil dies zu höheren Kosten führen würde, so der Bericht.

In Australien und einigen anderen Ländern haben die Warnungen aus den USA bereits teilweise einen Verzicht auf Huawei-Hardware beim Aufbau von Mobilfunknetzen zur Folge. In Japan kündigte mit Softbank vor kurzem einer der größten dortigen Netzbetreiber an, sämtliche vorhandene Huawei-Technik aus seinen Netzen zu entfernen und darauf auch in Zukunft zu verzichten. Bisher gibt es noch immer keine Belege für die Behauptungen der US-Regierung, laut denen Huaweis angeblich enge Verbindungen zur chinesischen Führung die Möglichkeit der Spionage in internationalen Mobilfunknetzen durch sogenannte "Back Doors" zur Folge haben.

Großer Mobilfunk-Vergleichs-Rechner
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
22 Kommentare lesen & antworten
Verwandte Themen
Telekom
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2000 - 2019 WinFuture Impressum Datenschutz