iPhone überführt Mörder: Gesundheits-App widerlegt Täter-Alibi

Von Nadine Juliana Dressler am 09.12.2018 12:55 Uhr
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In Großbritannien gab es laut dem Bericht des Telegraphs nun eine Premiere: Ein Mann wurde des Mordes an seiner Frau schuldig gesprochen. Dabei kamen zum ersten Mal Daten, die das iPhone des Mörders gesammelt hatte, zum Einsatz, zudem weitere Indizien wie der Browser-Verlauf.

Alles in allem - also was iPhone, Apps und Web-Browser über das Leben des nicht geständigen Mörders gesammelt hatten - ließen ein genaues Bild über den Vorfall im Mai dieses Jahres zu. Dabei hatte der Täter seiner Frau zunächst Insulin gespritzt und sie dann erwürgt. Anschließend hatte er versucht die Tat zu verschleiern, indem er einen Einbruch vortäuschte und seine Frau mit Klebeband fesselte.

Bewegungsdaten des Mörders

Der Täter hatte vorgegeben, seine Frau tot aufgefunden zu haben. Doch die von ihm selbst an die Polizei freigegebenen Daten seines iPhones verrieten ihn. So hatte das iPhone Bewegungsdaten des Täters auf den verschiedenen Ebenen des Hauses aufgezeichnet, während das Opfer schon tot war. Die Gesundheits-App hatte mehrfach Treppensteigen und Schritte durch Haus und dem anliegenden Grundstück aufgezeichnet. Dabei hatte der Täter angegeben, gleich nach dem Auffinden seiner toten Frau die Polizei gerufen zu haben.

Sein Alibi war damit geplatzt, zudem stellte sich dem Gericht die Frage, was der Mann in dem Haus gemacht hatte. Die Daten zeigten aber vielmehr, dass er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dabei war, das Haus so herzurichten, dass alles nach einem Einbruch aussah.

"I need to kill my wife"

Es war laut dem Telegraph nun der erste Fall in Großbritannien, bei dem die iPhone-Daten dabei ganz offiziell und nach einer legalen Auswertung geholfen haben, einen Mörder zu überführen. Dazu wurden vor Gericht auch weitere Indizien aufgeführt. Unter anderem hatte der selbstständige Apotheker gegoogelt, wie man jemanden mit Insulin oder Methadon umbringen kann und hatte auch nach einem Auftragskiller im Web gesucht. Zu den Suchphrasen gehörten demnach Begrifflichkeiten wie "I need to kill my wife", "insulin overdose", "hiring hitman UK" und "how much methadone will kill you".

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