Jetzt auch mobil Kommentieren!

Smartphone-Markt: Die Party ist ab diesem Jahr endgültig vorbei

Von Christian Kahle am 06.12.2018 15:30 Uhr
14 Kommentare
Für die Hersteller von Smartphones ist 2018 definitiv das Jahr, in dem die große Party vorbei ist. Das enorme Wachstum der Anfangszeit war schon länger einer Stagnation auf hohem Niveau gewichen. Doch inzwischen geht es eher abwärts und es ist auch kaum damit zu rechnen, dass ein Hersteller hier noch einen überraschenden Sprung hinlegen wird.

Nachdem es immer nur bergauf ging, wurden im vergangene Jahr erstmals leicht rückläufige Absatzzahlen auf dem Weltmarkt verzeichnet. Das hätte noch eine normale Schwankung auf dem Plateau sein können. Doch aller Wahrscheinlichkeit nach, wird es auch in diesem Jahr weiter bergab gehen. Denn es kommen gleich mehrere ungünstige Faktoren zusammen. Zuallererst natürlich die bereits enorme Verbreitung der Geräte.

"Wir haben bei der Marktsättigung in vielen Industriestaaten Werte von 90 bis 100 Prozent erreicht", erklärte Ryan Reith vom Marktforschungsunternehmen IDC gegenüber dem US-Magazin Intelligencer. Die Hersteller müssen in diesen Märkten also vor allem davon leben, dass die Nutzer aktuellere Modelle kaufen. Doch auch hier dehnen sich die Zyklen immer weiter aus.

Großartiger Erklärungen dafür bedarf es nicht. Das weiß im Grunde jeder Nutzer, der sich bisher im bekannten Zweijahresrhytmus neue Geräte zulegte: Die technologischen Fortschritte und neuen Features fielen immer kleiner aus und es kamen auch immer weniger neue Anwendungen hinzu, die sich nicht auch schon mit dem Vorgänger hätten nutzen lassen.

Smartphone-Markt


Smartphone-Markt

Parallelen zum PC-Markt

Gartner-Analyst Tuong Nguyen zieht bereits Vergleiche zum PC-Markt, wo die Leute irgendwann auch Rechner hatten, deren Leistung alle benötigten Anwendungen deutlich übertrafen. Und alles, womit die Branche den Ressourcen-Bedarf hochtreiben will, interessiert kaum mehr als eine Nische an Usern. Sowohl bei Smartphones als auch PCs erwies sich der große Hype um Virtual und Augmented Reality bisher weitgehend als Fehlzündung.

Das führt nicht nur zu stagnierenden bis sinkenden Verkaufszahlen. Wer noch zulegen will, schaft es kaum noch mit neuesten Technologien zu punkten, sondern muss über den Preis auf die Masse gehen. Letzteres führt zwar dazu, dass die Absatzzahlen vor allem in den nichtgesättigten Märkten der Schwellen- und Entwicklungsländer noch steigen - hier punkten dann aber vor allem verschiedene chinesische Anbieter mit Budget-Modellen, die die technische Entwicklung kaum vorantreiben.

Am Markt ist derweil eine immer weiter fortschreitende Polarisierung zu beobachten: Die Absatzzahlen sind sowohl im unteren als auch im obersten Preissegment gewachsen. Die Klasse zwischen 400 und 600 Dollar, die im Jahr 2013 noch über 30 Prozent des gesamten Marktes ausmachte, ist auf weniger als 10 Prozent zusammengeschrumpft.
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
14 Kommentare lesen & antworten
Hoch © 2000 - 2018 WinFuture Impressum Datenschutz