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Elektromobilität wird über hunderttausend Jobs in Autobranche kosten

Von Christian Kahle am 06.12.2018 11:28 Uhr
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Der zunehmende Umstieg auf die Elektromobilität wird in Deutschland in den nächsten Jahren durchaus eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen wegfallen lassen. Selbst wenn die Entwicklung nicht massiv forciert wird, kann man wohl damit rechnen, dass im Automobil-Sektor deutlich mehr als hunderttausend Leute weniger benötigt werden.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht aufgrund aktueller Prognosen davon aus, dass längerfristig 114.000 Jobs zur Diskussion stehen werden, die direkt mit den Fahrzeugen zu tun haben. Der größte Anteil entfällt dabei mit 83.000 Stellen auf die Automobilhersteller. Zum Vergleich: Derzeit sind hierzulande etwa 800.000 Menschen in der Autoindustrie tätig.

Die Schätzungen des IAB beruhen dabei auf der Annahme, dass Elektroautos bis zum Jahr 2035 einen Marktanteil von 23 Prozent erreichen. Wird die Entwicklung hin zur Elektromobilität hingegen stärker forciert, um beispielsweise die Klimaziele besser zu erreichen, ist mit entsprechend höheren Zahlen zu rechnen. Die Experten des Instituts gehen damit von etwas höheren Zahlen aus als einige frühere Prognosen. Grundlegende Unterschiede gibt es aber nicht.

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Einfacher zu bauen, weniger zu warten

Der hauptsächliche Faktor, der sich hier auswirkt, ist die wesentlich einfachere Konstruktion der Fahrzeuge - vor allem der Antriebe. Ein moderner Verbrennungsmotor ist ein ziemlich komplexes Gebilde. Elektroautos benötigen hingegen nur wesentlich einfachere Komponenten, um das Auto in Bewegung zu versetzen. Daher werden vor allem in der Motoren-Produktion Stellen wegfallen. Und bei den nachgelagerten Jobs werden vor allem Werkstätten betroffen sein, da deutlich weniger Verschleißteile auch die Menge der Probleme senken werden.

Durch den Umstieg auf die Elektromobilität werden aber auch neue Jobs entstehen. Denn es muss beispielsweise eine komplette Lade-Infrastruktur aufgebaut werden. Allerdings kommt man hier nicht annähernd in Bereiche, mit denen die Verluste kompensiert werden könnten - je nach Prognose gibt es hier zwar erhebliche Schwankungen - die Spanne beläuft sich aber stets auf 10 bis 25 Prozent der Jobs, die wegfallen.
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