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Project Anaheim: Microsoft wirft Edge raus und wechselt zu Chromium

Von Christian Kahle am 04.12.2018 08:06 Uhr
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Die jüngst für Schlagzeilen sorgenden Code-Submits von Microsoft-Entwicklern in das Chromium-Projekt könnten einen ganz anderen Hintergrund haben, als bisher angenommen wurde: Aktuell tauchen Berichte auf, nach denen die Redmonder sich vom bisherigen Edge-Browser verabschieden und zumindest in Teilen auf Google-Sourcen zurückgreifen wollen.

Chrome dominiert den Browsermarkt

Die Mitarbeit am Quellcode der Konkurrenz wurde bisher nur darauf zurückgeführt, dass Microsoft ein Interesse daran hat, die Rendering-Engine von Chrome auf Windows 10 on ARM-Systemen verfügbar zu machen. Denn sie bildet die Grundlage, auf die sich auch diverse andere Apps stützen. Und wenn man mehr native Anwendungen auf dem ARM-Windows haben will, würde man auch Chrome auf der Plattform brauchen.

Neuere Gerüchte deuten nun aber darauf hin, dass es um eine viel größere Sache geht. Laut einem Bericht von Windows Central wird in Redmond unter dem Codenamen Anaheim ein neuer Browser auf Basis des Chromium-Quellcodes entwickelt, der den im Jahr 2015 eingeführten und notorisch erfolglosen Edge ersetzen soll. Derzeit ist noch unklar, ob Microsoft für den fertigen Browser einen neuen Namen verwenden wird.

Klar scheint damit allerdings zu sein, dass die EdgeHTML-Engine an ihr Ende kommen wird. Stattdessen wird der kommende Microsoft-Browser auf der gleichen Grundlage Webseiten und andere Ausgaben rendern, wie es der Chrome tut. Dafür müsste noch nicht einmal eine komplette Neuentwicklung des Browsers vollzogen werden, da der Edge seit jeher so konstruiert wurde, dass sich andere Engines anflanschen lassen.

Neue Funktionen für Microsoft Edge

Einheitliche Basis

Die Entscheidung wäre auch sinnvoll, da einerseits Chrome nicht ohne Grund der Favorit zahlreicher Nutzer ist und auch Microsofts Browser hier wieder mehr Anwender für sich gewinnen könnte. Hinzu käme, dass Entwickler weniger Aufwand investieren müssten, wenn die meisten großen Browser auf der gleichen Engine basieren.

Dem Vernehmen nach sollte Anaheim im Laufe des ersten Halbjahres 2019 zumindest für registrierte Tester greifbar werden. Dann wird sich auch herausstellen, in welchem Umfang der bisherige Browser, der nie besonders erfolgreich war, dann ausgetauscht wird. Es steht zu vermuten, dass Microsoft hier in den kommenden Wochen auch etwas offizielles zu dem Thema sagen wird.

Siehe auch:


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