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"Müssen den Begriff ausradieren": Innenminister wettert gegen E-Sport

Von John Woll am 28.11.2018 16:58 Uhr
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Über die Anerkennung von E-Sport als Sport wird viel diskutiert, die Bun­des­regierung hat im Koalitionsvertrag konkrete Maßnahmen zur Aner­ken­nung und Unterstützungen beschlossen. Jetzt schießt der hessische In­nen­minister mit scharfen Worten gegen diese Absichten: E-Sport müsse klar von klassischen Sportarten getrennt werden, den Begriff müsse man "ausradieren".

E-Sport ist ganz sicher kein Sport, geht es nach dem hessischen Innenminister

Was ist Sport? Diese prinzipielle Frage wird gerade im Bezug auf professionellen E-Sport immer wieder laut diskutiert. Die Bundesregierung hat mit ihren Plänen hier klar Stellung bezogen: CDU/CSU und SPD hatten im Koalitionsvertrag die Absicht erklärt, dass man eine Anerkennung von E-Sport im Vereins- und Verbandsrecht anstrebt, und auch bei der Schaffung von olympischen Perspektiven Hilfestellung leisten wolle. Der hessische Innenminister Peter Beuth stemmt sich jetzt mit scharfen Worten gegen diese Absichten.

eSport rechnet sich

Wie Beuth laut dem Darmstädter Echo bei einer Pressekonferenz im Rahmen des Turn- und Sportkongresses in Darmstadt ausführt, müsse man aus seiner Sicht zwischen klassischen Sportarten und E-Sport eine klare Grenze ziehen. Damit ist es für den CDU-Politiker aber noch nicht genug: "E-Sport hat mit Sport nichts zu tun. Wir müssen diesen Begriff ausradieren", so Beuth. Gaming habe zwar seinen Wert, aber es gehöre nicht in eine Sportorganisation als solche hinein.

Wie der hessische Innenminister ausführt, stehe E-Sport seiner erklärten Absicht im Weg, "die Kinder in die Turnhalle und auf den Sportplatz" zu kriegen. Außerdem stört sich Beuth daran, dass bei vielen beliebten Computerspielen "nicht nach den Regeln der Sportverbände, sondern eines amerikanischen Unternehmens gespielt werde". All diese Ansichten verleiten Beuth dann auch dazu, seiner Abneigung für die Pläne der Regierung Ausdruck zu verleihen. Eine Förderung des E-Sports im angedachten Rahmen sehe er als "katastrophal" an.

Die E-Sport-Szene stöhnt

In der E-Sport-Szene sorgt der hessische Innenminister mit seinen Aussagen für Unverständnis. "Diese unangemessene Wortwahl (...) hat mit einer sachlichen Debatte nichts mehr zu tun. Diese Rhetorik treibt einen Keil in den Dialog mit dem Sport. Unfassbar!", kommentiert Hans Jagnow vom E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) auf Twitter. Auch Ralf-Rainer Klatt, der Vizepräsident des hessischen Landessportbundes, wünscht sich hier mehr Feingefühl. E-Sport müsse als "Teil des Digitalisierungsprozesses unserer Gesellschaft" betrachtet werden, "der eben auch im Sport angekommen ist".
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