Jetzt auch mobil Kommentieren!

PlayStation Classic: Teardown der Retro-Konsole enthüllt Tablet-Technik

Von Roland Quandt am 28.11.2018 11:26 Uhr
39 Kommentare
Die Einführung von kleinen "Retro"-Konsolen mit einer begrenzten Zahl von Kult-Spielen hat sich für Nintendo als Goldgrube und perfekter Lückenfüller zwischen neuen Konsolengenerationen erwiesen. Jetzt zieht bekanntermaßen auch Sony nach - und verwendet bei der PlayStation Classic wohl einen auch in technischer Hinsicht ähnlichen Ansatz.

Die Sony PlayStation Classic ist im Grunde anscheinend eine Art Tablet ohne eigenes Display. Wie die Kollegen von HDBlog.it beim Zerlegen ihres Testgeräts feststellten, steckt in der kleinen Sony-Konsole, die in Kürze im regulären Handel vertrieben wird, nämlich nicht nur ein Open-Source-Emulator, sondern auch weit verbreitete Technik. Konkret wird eine aus Tablets von Lenovo und Acer bekannte Plattform von MediaTek verwendet.

PlayStation Classic

Full HD wäre eigentlich möglich ...

Der sogenannte MediaTek MT8167A ist ein für Tablets konzipierter Quadcore-SoC auf Basis der ARM Cortex-A35-Architektur. Diese gilt höchst energieeffizient, ist aber in Sachen Leistung alles andere als überragend. Die vier CPU-Kerne arbeiten mit maximal 1,5 Gigahertz und zur Ausstattung gehört auch eine relativ leistungsfähige Imagination Technologies PowerVR G8300 GPU, die theoretisch sogar Full-HD-Auflösungen ermöglicht.

Leider nutzt Sony diese Möglichkeiten nicht, da der HMDI-Ausgang der PlayStation Classic nur maximal 720p unterstützt. Möglicherweise versucht Sony so einerseits den Retro-Look zu befördern - oder die Leistung der GPU reicht einfach nicht aus, um in allen per Emulator laufenden Spielen des Geräts einen ruckelfreien Betrieb in Full-HD-Auflösung zu garantieren. Hinzu kommen Bluetooth und GPS sowie Unterstützung für Dual-Band-WLAN nach dem ac-Standard.

Hinzu kommen ein Gigabyte Arbeitsspeicher auf DDR3-Basis, 16 GB eMMC-5.1-basierter Flash-Speicher sowie ein Audioprozessor vom Typ MT6392A, der ebenfalls von MediaTek stammt. Interessant ist, dass sich auf der Rückseite des mit der Modellnummer LM-11 versehenen Mainboards ein unbestückter Port mit vier Pins befindet. Denkbar wäre, dass es sich hierbei um einen Debug-Anschluss handeln könnte.

Letztlich wird sich erst noch zeigen müssen, ob es wie bei der Nintendo NES Classic Mini relativ einfach möglich sein wird, eigene Spiele auf die kleine Retro-PlayStation bringen. Anders als der von Nintendo verwendete AllWinner R16 ARM-SoC, welcher von der Community um das sogenannte Sunxi Linux bereits vorher gut dokumentiert und getestet wurde, dürfte es bei dem durch Sony verwendeten leistungsfähigeren MediaTek-Chip kaum derartige Ressourcen geben.

Sony PlayStation Classic - Alle Spiele im Überblick
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
39 Kommentare lesen & antworten
Hoch © 2000 - 2018 WinFuture Impressum Datenschutz