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Microsoft-Manager: Man kann China nicht einfach benutzen

Von Christian Kahle am 28.11.2018 08:34 Uhr
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Bei Microsoft spricht man sich für einen anderen Umgang mit China aus, als es von den westlichen Wirtschaftsmächten und Unternehmen derzeit noch immer oft genug praktiziert wird. Man könne das Land nicht einfach als billigen Dienstleister und großen Absatzmarkt betrachten und sich dann wundern, dass Dinge schieflaufen.

Wer wirklich etwas von dem großen Kuchen abhaben will, müsse längerfristig denken, erklärte Alain Crozier, der die Aktivitäten Microsofts in der Region in und um China leitet, gegenüber dem US-Sender CNBC. "Man muss investieren." Und das bedeute letztlich, dass man auch einen Teil der Entwicklungsarbeit in China ansiedeln muss.

Gerade dies wird von vielen US-Unternehmen noch immer abgelehnt. Die Rollen scheinen klar verteilt: Die Forschung und Entwicklung läuft in den USA, dann lässt man in chinesischen Werken produzieren und verkauft die Produkte in alle Welt. Wenn man diesen Weg wählt, braucht man sich aus Sicht Croziers am Ende nicht wundern, wenn die Chinesen versuchen, selbst an die jeweiligen Technologien zu kommen und diese nach dem vorherrschenden Bild einfach stehlen.

Aus seiner Sicht ist es wesentlich sinnvoller, mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten und dabei eben auch einen Teil der Entwicklung vor Ort durchzuführen. Das kann auch bedeuten, eigene Technologien in den chinesischen Markt einzubringen. "Auf diese Art muss man sich dann auch nicht ständig Sorgen machen, dass irgendetwas passiert", so der Microsoft-Manager.

Microsoft ist in China präsent

Und sein eigener Tätigkeitsbereich ist geradezu vorbildhaft für diesen Weg. Microsoft unterhält in China immerhin sein größtes Forschungs- und Entwicklungszentrum außerhalb der USA. Und hier werden nicht nur in einer Alibi-Funktion Arbeiten durchgeführt. Microsoft entwickelt in China diverse Technologien, die sehr wichtig für die zukünftige Entwicklung des Konzerns sind. Unter anderem ist hier eine größere KI-Arbeitsgruppe angesiedelt. Und der Software-Konzern hat im Zuge dessen auch Leute ausgebildet, die irgendwann nicht mehr bei Microsoft China arbeiteten, sondern eigene Firmen gegründet haben.

Das unterscheidet die Redmonder durchaus von vielen anderen US-Unternehmen, die China in erster Linie als Absatzmarkt begreifen und sich entsprechend verhalten. "Wenn man nur hierher kommt, um etwas zu verkaufen, werden die Herausforderungen um ein Vielfaches größer sein", führte Crozier aus.

Siehe auch: Ex-Microsoft-Chef: Chinas Windows-Piraterie kostet 10 Milliarden Dollar
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