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Bildungsministerin: Die Bauern können gern noch lange auf 5G warten

Von Christian Kahle am 22.11.2018 09:52 Uhr
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In der Bundesregierung und den ihr untergeordneten Behörden versucht man zumindest den Eindruck zu erwecken, die Bedeutung eines zügigen Ausbaus besserer Digital-Infrastrukturen endlich verstanden zu haben. Nur bei einer scheint das Memo nicht angekommen zu sein: Der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek.

Revitalisiert 5G den Smartphone-Markt?

Diese äußerte nun öffentlich, dass der Ausbau der kommenden 5G-Mobilfunknetze in der Fläche gar nicht so wichtig ist. Im ländlichen Raum würde es ihrer Ansicht nach völlig genügen, sich damit zufrieden zu geben, wenn LTE-Verbindungen bereitgestellt würden. Mit flächendeckendem 4G sei man schon ziemlich gut ausgestattet. "5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig", sagte Karliczek gegenüber der Wirtschaftswoche.

Das dürfte die Menschen, die seit Jahren darauf hoffen, die längst vorhandenen Möglichkeiten der Digitalisierung endlich auch in der ländlichen Wirtschaft besser nutzen zu können, vor den Kopf stoßen. So fordert die Landwirtschaft schon lange eine bessere Versorgung mit Breitband-Anbindungen. Und die Wirtschaftsbereiche, die nicht auf die ländlichen Flächen angewiesen sind, wandern eher in die Städte ab und verschärfen so die Strukturkrise.

5G ist mehr als schnelles 4G

Dabei muss berücksichtigt werden, dass 5G-Mobilfunk eben nicht nur 4G mit höherer Bandbreite ist. Die Technologie bietet auch wesentlich geringere Latenzen und zusätzliche Features für die direkte Kommunikation zwischen Maschinen. Insofern ist die neue Mobilfunk-Technik ein gewaltiger Schritt vorwärts und wird auch von der Wirtschaft im ländlichen Raum erwartet.

Karliczek spekuliert hingegen darauf, dass geringere Anforderungen an die Netzbetreiber und deren Investitionspläne letztlich dazu führen, dass sie bereit sind, mehr Geld in die Frequenzauktion zu investieren. Diese hereinkommenden Gelder will der Staat einerseits teilweise ebenfalls in den Breitband-Ausbau stecken, aber auch in Fördermaßnahmen für Startups.

Siehe auch: Regierung spricht 5G-Klartext: Mobilfunk endlich für mobile Nutzer!

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