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Yongnuo bringt Smartphone-Kamera für Canon-Objektive mit Android

Von Roland Quandt am 05.11.2018 10:21 Uhr
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Die chinesische Firma Yongnuo ist vor allem für ihre günstigen LED-Foto- und Videoleuchten bekannt, doch nun will das Unternehmen mit richtiger Kamera-Hardware an den Start gehen - die mit Android läuft. Yongnuo hat mit der YN450 eine Art Android-Digitalkamera angekündigt, bei der man Wechselobjektive mit Canon EF-Bajonett verwenden kann.

Aktuell sucht Yongnuo auf Facebook nach einem Namen für sein etwas kurioses Konstrukt, das noch weiter geht als die von Samsung bis vor einigen Jahren verkaufte Galaxy Cam. Statt eines Super-Zoom-Konzepts mit versenkbarem Objektiv setzt Yongnuo direkt darauf, den Sensor einer Four-Thirds-Kamera auf die Rückseite von einer Art Smartphone zu packen, wobei dort eben EF-Objektive verwendet werden können.

Yongnuo YN450

Das Unternehmen verspricht die Yongnuo YN450 mit einem Micro-Four-Thirds-Sensor von Panasonic auszurüsten, der eine 16-Megapixel-Auflösung bietet. Der Nutzer kann angeblich ganz nach Bedarf diverse Objektive aufsetzen und dabei auf gegebenenfalls bereits vorhandene Modelle zurückgreifen, die eigentlich für teure DSLR-Cams gedacht sind. Bei Videos soll auch eine 4K-Auflösung unterstützt werden. Genauere Details zur Optik stehen noch aus.

Yongnuo YN450

Yongnuo verpasst der YN450 außerdem ein fünf Zoll großes Multitouch-Display, das mit 1920x1080 Pixeln eine für seine Größe recht ordentliche Auflösung bietet. Die Bedienung soll einfach gehalten sein, wobei der Hersteller auch auf einen einfach gestalteten Body für seine Kamera setzt. Einen Blitzschuh soll es nach aktuellem Stand offenbar nicht geben, wobei die ersten Rückmeldungen von möglichen Interessenten bereits deutlich machen, dass sich viele Kunden dies wohl wünschen würden.

Unter der Haube steckt laut dem Hersteller ein achtkerniger Qualcomm-Prozessor, der zusammen mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 GB internem Flash-Speicher kombiniert wird. Hinzu kommt ein Speicherkartensteckplatz, der die Möglichkeit schafft, weitere 32 GB Speicher nachzurüsten. Offenbar kommt also die Technik eines Mittelklasse- bzw. Einsteiger-Smartphones zum Einsatz. Auf der Display-Seite sitzt kurioserweise auch noch eine 8-Megapixel-Kamera, die auf den Nutzer gerichtet ist.

Weil der Zubehörschuh fehlt, muss der Kunde bei der YN450 mit zwei Blitz-LEDs auskommen. Gefunkt wird hier angeblich mittels Bluetooth, WLAN und LTE, wobei noch offen ist, ob die kuriose Konstruktion auch telefonieren kann. GPS und einen 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer gibt es ebenso wie die Möglichkeit zur Stereoaufnahmen mit zwei Mikrofonen. Der Akku ist ganze 4000mAh groß und somit auf den ersten Blick recht üppig dimensioniert. Ob er wechselbar ist, ist noch nicht bekannt.

Leider mit veraltetem Betriebssystem

Eine Schwachstelle der Yongnuo YN450 ist offenbar das Betriebssystem, denn der Hersteller spricht von Android 7.1 "Nougat", das bekanntermaßen bereits im Oktober 2016 erschienen ist. Inwiefern hier in Zukunft mit einer Aktualisierung zu rechnen ist, ist vollkommen unklar, auch wenn die Zeichen wohl denkbar schlecht stehen. Wann und zu welchem Preis die Yongnuo YN450 tatsächlich im Handel zu haben sein wird ist derzeit noch unklar. Einsatzmöglichkeiten gäbe es sicher viele, denn neben einer Verwendung zum Streaming wäre auch das direkte Veröffentlichen von Inhalten im Internet aus dem Android-OS des Geräts heraus interessant.
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