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Ein Erfolg von Bitcoin würde das weltweite Klima komplett ruinieren

Von Christian Kahle am 30.10.2018 12:54 Uhr
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Sollten sich die Träume von Bitcoin-Fans bewahrheiten und Kryp­to­wäh­run­gen zum allgemeinen Zahlungsmittel heranwachsen, wäre die Klima-Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Neue Berechnungen zeigen, dass selbst die älteren Maximalwerte der globalen Erwärmung dann extrem schnell erreicht würden.

Jüngere Modelle kommen zu dem Ergebnis, dass bereits eine weitere Erwärmung des Weltklimas um 1,5 Grad umfassende Folgen nach sich ziehen würde. Das zuvor gesetzte Ziel, auf jeden Fall unter 2 Grad bleiben zu wollen, musste entsprechend korrigiert werden. Aktuell laufen die Debatten, was in der Praxis getan werden muss - und eine durchaus sinnvolle Maßnahme wäre wohl eine sofortige Stilllegung des Bitcoin-Systems.

Forscher der University of Hawaii sind in einer Studie einfach mal davon ausgegangen, dass sich die Kryptowährung in einem Maße verbreitet, wie es andere Technologien wie Autos, Kreditkarten oder Klimaanlagen getan haben. Das wäre angesichts der deutlich höheren Geschwindigkeit des digitalen Zeitalters eine recht konservative Annahme. Sollte das System also in diesem Tempo Verbreitung finden, würde der Energiebedarf für Transaktionen und damit der Ausstoß an Kohlendioxid massiv steigen - und zwar in einem Umfang, das die 2-Grad-Marke voraussichtlich schon im Jahr 2033 erreicht würde.

Blockchain ist ein Energiefresser

Das Problem ist hier die transparente Struktur des Systems: Zwar sind die Nutzer selbst anonym, doch lässt sich jede Transaktion und damit die Herkunft und der Verbleib jeder Währungseinheit für alle Zeiten über die Blockchain nachverfolgen. Das führt dazu, dass für jede weitere Transaktion und ihre Verifizierung der Bedarf an Rechenleistung rasant steigt - was gemeinhin mit dem Mining neuer Währungseinheiten verwechselt wird.

In ihrer Untersuchung gehen die Forscher dabei davon aus, dass sich zu der bisherigen praktischen Durchführung wenig ändern wird und der überwiegende Anteil an Rechenkraft von dort bereitgestellt wird, wo elektrische Energie billig zu haben ist. Das ist aktuell meist in China der Fall. Die Erzeugung des Stroms basiert dabei zum überwiegenden Teil auf der Verbrennung von Kohle, was die Klima-Effekte massiv vorantreibt.

Schon jetzt ist es so, dass eine Transaktion von Bitcoin-Einheiten eine Energiemenge verbraucht, wie ein durchschnittlicher Haushalt in den USA binnen eines Monats. Für 2017 wurde die Emmissionsmenge, die durch den Stromverbrauch des Bitcoin-Systems verursacht wurde, auf ein Niveau geschätzt, das dem gesamten US-Bundesstaat Arkansas entspricht - und der Trend geht immer schneller nach oben.

Siehe auch: Bitcoin und Co.: Krypto-Markt könnte kurz vor der Implosion stehen
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