Motorola: Erster Hersteller lässt Nutzer Smartphones selbst reparieren

Von Christian Kahle am 24.10.2018 08:09 Uhr
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Die Lenovo-Tochter Motorola hat im Umgang mit Defekten an ihren Smartphones einen bisher einzigartigen Weg eingeschlagen: Das Unternehmen bietet jetzt auch Reparatur-Sätze für seine Smartphones an. Mit diesen soll es Verbrauchern ermöglicht werden, kaputte Komponenten in der heimischen Hobby-Werkstatt selbst auszutauschen.

Motorola & iFixIt: Reparatur-Kit
Werkzeug eines Reparatur-Kits

Die meisten Hersteller machen es den Nutzern künstlich schwer, selbst die einfachsten Werkeleien an ihren Mobiltelefonen vorzunehmen. Da werden Akkus großflächig verklebt, obwohl dies eigentlich meist nicht notwendig wäre, oder die Zugänglichkeit passender Ersatz-Komponenten massiv eingeschränkt. Oft gibt es die Original-Bauteile im freien Handel überhaupt nicht zu kaufen und man muss schon den Status eines offiziellen Partners haben, um an die heranzukommen.

Motorola schlägt nun einen anderen Weg ein: Das Unternehmen kündigte jetzt an, Ersatzteile für diverse aktuelle Smartphone-Modelle frei an normale Nutzer zu verkaufen. Weiterhin ist das Unternehmen eine Kooperation mit den bekannten Reparatur-Experten von iFixIt eingegangen. Gemeinsam stellen die Partner Pakete zusammen, die den Anwendern alles bieten sollen, um selbst Hand an die Geräte zu legen.

Spezialwerkzeug von den Experten

Die Kits gibt es zum Start für die Modelle Moto X, Z, G4, G5 und Droid Turbo 2. In ihnen sind bereits Ersatzteile mit Motorola-Branding, Werkzeuge und Reparatur-Anleitungen enthalten. Das Werkzeug stammt dabei aus dem Repertoire von iFixIt und umfasst die notwendigen Bits zum Lösen von Schrauben, Spatel zum Anheben von Teilen und dem Entfernen von Klebern, eine isolierte Pinzette und einen Griff zum Anheben des Displays.

Die Experten und Aktivisten aus dem iFixIt-Team lobten die Entscheidung Motorolas: Diese sei nicht nur kundenfreundlich, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. Denn in vielen Fällen entscheidet ein leichter Zugang zu einer Reparaturmöglichkeit darüber, ob Anwender ihr bisheriges Smartphone noch einige Zeit weiterverwenden oder ein neues Gerät kaufen, während das alte den Elektroschrott-Berg noch größer macht. Man hoffe, dass auch andere Anbieter dem Beispiel folgen.

Siehe auch: Apple lässt Lobbyisten los, um Recht auf Reparatur zu verhindern
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