Linus Torvalds beendet seine Auszeit und ist hoffentlich kein Arsch mehr

Von Witold Pryjda am 22.10.2018 15:32 Uhr
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Der Linux-Vater Linus Torvalds hat Mitte September angekündigt, sich für eine Weile aus der Kernel-Entwicklergruppe zurückzuziehen. Er wollte diese Auszeit nutzen, um zu reflektieren und innere Ruhe zu bekommen oder wie man es salopper formulieren kann: Er wollte lernen, kein Arsch mehr zu sein. Die Mission ist nun (hoffentlich) erfolgreich abgeschlossen worden.

Linus Torvalds war bisher für seine impulsives Auftreten bekannt und auch, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Seine kernigen Sprüche machten es Journalisten zwar leicht markige Headlines zu schreiben, die direkte Zusammenarbeit mit ihm war aber sicherlich nicht einfach. Deshalb wurde die Entscheidung, die Linux Kernel Mailing List (LKML) und die Linux-Entwicklung bis auf Weiteres zu lassen bzw. unterbrechen, sicherlich von vielen seiner Kollegen und Mitentwicklern begrüßt.

Dass das notwendig war, dürfte klar gewesen sein, da Linus Torvalds selbst zugab, dass er mit seiner Art wohl auch den einen oder anderen von der Kernel-Entwicklung vertrieben hat. Das alles klingt nach grundlegenden Schwierigkeiten mit der Persönlichkeit, mehreren Monaten Pause und Meditation in Tibet oder was man in solchen Fällen eben tut.

Torvalds ist zurück

Doch Torvalds ist nun nach etwas mehr als einem Monat zurück. In der Ankündigung von Linux 4.19 schreibt Greg Kroah-Hartman, der die Führung der Kernel-Gruppe temporär übernommen hat, dass er den "Kernel Tree" an Torvalds zurückgebe (via ZDNet).

Er wird sich überdies mit den Top-Linux-Entwicklern auf dem Open Source Summit Europe im schottischen Edinburgh treffen, auch das markiert einen Schritt zurück. Einen öffentlichen Auftritt wird Torvalds dort aber nicht absolvieren, auch hat er sich bisher nicht im Rahmen der LKML zu Wort gemeldet. Deshalb müssen wir abwarten, ob die Aus- und Nachdenkzeit Früchte getragen hat.

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