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NFL-Skandal bei Microsoft: Sport-Manager erpresste Softwarekonzern

Von Roland Quandt am 19.10.2018 07:52 Uhr
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Auch bei Microsoft gibt es offenbar schwarze Schafe: Ein früherer Mitarbeiter, der für das Sport-Marketing des Unternehmens verantwortlich war, wurde jetzt wegen einer Reihe von Betrugs- und Erpressungsversuchen angeklagt. Er soll versucht haben, Microsoft zu erpressen und so über eine Million Dollar zu erhalten.

Wie der Seattle Post-Intelligencer berichtet, wurde Jeff Tran, der zuvor als Director of Sports Marketing and Alliances für Microsoft tätig war, jüngst wegen Betrugs in fünf Fällen und dem Versuch der Erpressung seines früheren Arbeitgebers angeklagt. Er soll versucht haben, von Microsoft 1,5 Millionen US-Dollar zu erpressen. Außerdem hat er angeblich mehr als 60 Tickets für den NFL Super Bowl auf eigene Faust verkauft und damit mehr als 200.000 Dollar in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Während seiner Zeit bei Microsoft hatte Tran die wichtige Rolle, die Zusammenarbeit des Softwaregiganten mit der American Football-Liga NFL zu koordinieren. Er hatte unter anderem dafür gesorgt, dass die NFL auf breiter Front Surface-Tablets einsetzt. Microsoft hatte unter Trans Verantwortung im Jahr 2017 eine Vielzahl von Eintrittskarten für den Super Bowl eingekauft, die an Mitarbeiter verteilt wurden.

Laut der Anklageschrift des US-Justizministeriums soll Tran aber mehr als 60 dieser Tickets "gestohlen" und über einen Tickethändler weiterverkauft haben. Außerdem soll Tran gegenüber Microsoft gefälschte Rechnungen eingereicht haben, wobei er einen der Invoices in Höhe von 775.000 US-Dollar sogar auf sein eigenes Konto auszahlen lassen wollte. In einem weiteren Fall versuchte Tran über einen Microsoft-Partner noch einmal 670.000 US-Dollar in Rechnung zu stellen. Dieser Microsoft-Partner schöpfte jedoch Verdacht und wies das Unternehmen auf die ungewöhnlichen Vorgänge hin.

Tran soll dann umfangreiche elektronische Beweise für seine betrügerischen Tätigkeiten zerstört und die Microsoft-Partner aufgefordert haben, gegenüber dem Unternehmen falsche Angaben zu machen. Erst später gab er die rund 775.000 Dollar an Microsoft zurück. Microsoft erklärte gegenüber dem Seattle-PI, dass man umgehend eine Untersuchung einleitete, nachdem man auf die Machenschaften des Sport-Marketing-Managers aufmerksam gemacht wurde.

Er wurde daraufhin gefeuert und Microsoft setzte die zuständigen Ermittlungsbehörden in Kenntnis. Tran soll in den kommenden Tagen vor Gericht gebracht werden, wobei ihm wegen der Betrugsversuche eine Gefängnisstrafe in Höhe von bis zu 20 Jahren droht.
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