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Apple genervt: Schon wieder Angriffe auf das Recht auf Verschlüsselung

Von Christian Kahle am 15.10.2018 13:22 Uhr
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Die politischen Angriffe verschiedener Regierungen auf Verschlüsselungs-Technologien reißen nicht ab. Und inzwischen ist ein Stand erreicht, an dem sogar Apple seine gewohnte diplomatische Position verlässt und ziemlich deutliche Ansagen macht. Dabei steht der Konzern allerdings auch keineswegs alleine da.

Seit Jahren wird auf verschiedenen Ebenen versucht, Technologie-Unternehmen dazu zu zwingen, verschlüsselte Kommunikationswege so weit aufzubohren, dass Strafverfolungsbehörden Einblicke bekommen können. Und ebenso ausdauernd werden von der Tech-Branche Abwehrkämpfe dagegen geführt. Da dürfte etwas mehr Klarheit, als man es aus dem gewöhnlich recht seichten Lobbyismus-Sprech kennt, vielleicht mal etwas bringen.

Aktuell versucht man in Australien das Recht der Nutzer, ihre Kommunikation vor fremden Blicken zu schützen, auszuhöhlen. Die Autoren des entsprechenden Gesetzentwurfes werden zwar nicht müde, zu betonen, dass es dabei nicht um die Integration von Hintertüren geht. Doch sollen neue Möglichkeiten in Hard- und Software verankert werden, über die die Behörden Zugang zu verschlüsselter Kommunikation bekommen. Was auch immer darunter gemeint sein mag - das Ergebnis wird im Wesentlichen gleich sein.

"Manche erwecken den Eindruck, als könne man einen Zugang zu verschlüsselten Daten nur für jene schaffen, die darauf vereidigt sind, im Sinne des Allgemeinwohls zu handeln", fasst Apple die Diskussion in einer Stellungnahme an das australische Parlament zusammen, wie aus einem Bericht von CNet hervorgeht. "Das ist aber eine falsche Annahme."

Mathematik gilt nicht nach Wunsch

Kryptographie kann man demnach nicht durch soziopolitische Erkenntnisse erklären oder einen Amtseid steuern. "Verschlüsselung ist simple Mathematik. Jede Maßnahme, mit der die mathematischen Modelle, die die Nutzerdaten schützen, abgeschwächt werden, schwächen die Sicherheit gegenüber jedermann", stellte das Unternehmen klar. Und aus Sicht des US-Konzerns sei es schlicht nicht verhältnismäßig, den Schutz von Millionen rechtstreuen Bürger signifikant zu schwächen, um ein paar schwarze Schafe besser verfolgen zu können.

Weiterhin verwies Apple darauf, dass eine Verpflichtung, die Systeme entsprechend zu modifizieren, auch andere Probleme mit sich bringen würde. Denn würde man so etwas in der eigenen Software umsetzen, würde man dann auch gegen die Gesetzgebung anderer Länder verstoßen, die genau so etwas untersagen. Das zeigt auch, dass der Konzern keinesfalls gewillt ist, für Australien eine eigene Betriebssystem-Version auf den Markt zu bringen - eher könnte es passieren, dass es dort keine iPhones mehr zu kaufen gibt.

Siehe auch: Apple macht dicht - Neues Dateisystem mit nativer Verschlüsselung
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