Telefonbetrug: 24 Betreiber von Callcentern für Fake-Support verhaftet

Von Tobias Rduch am 06.10.2018 13:21 Uhr
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Vor einigen Monaten hatte Microsoft bekanntgegeben, dass die Anzahl an Betrugsfällen durch Fake-Support am Telefon weiterhin stark zunimmt. Nun geht der Konzern aktiv gegen falsche Windows-Support-Mitarbeiter vor. Es wurden 24 Besitzer und Teamleiter der Callcenter festgenommen.

Im Rahmen einer polizeilichen Maßnahme wurden zehn rund um die indische Hauptstadt Neu-Delhi betriebene Callcenter identifiziert und durchsucht. Dabei wurden Anruf-Protokolle, Anleitungen, Zahlungs-Aufzeichnungen und auch Server beschlagnahmt. Alle 24 verhafteten Personen werden als wichtige Führungskräfte innerhalb der illegalen Callcenter angesehen. NDTV zufolge wurden die Untersuchungen ursprünglich durch eine Beschwerde, welche Microsoft an die dafür zuständige indische Behörde gerichtet hat, angestoßen.

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Die klassische Betrugsmasche

Das von den Betrügern genutzte Vorgehen kann inzwischen schon als uralt bezeichnet werden. Den Opfern wird über gefälschte Internetseiten und hartnäckige Pop-Up-Fenster vermittelt, dass der eigene Computer von gefährlichen Viren und Trojanern infiziert sei. Um das Problem zu lösen, soll dann die Hotline eines Callcenters angerufen werden. Die Be­trü­ger behaupten dabei, Mitarbeiter vom offi­ziel­len Microsoft-Support zu sein. Anschließend wird versucht, ein Support-Paket oder Abonnements zu einem völlig überzogenen Preis in Höhe von 100 bis 500 Dollar zu verkaufen.

Anscheinend scheint sich die Masche - trotz ihrer Bekanntheit - für die Betrüger noch zu lohnen. Laut Microsoft wurden im vergangenen Jahr weltweit 153.000 Fälle von Support-Scam gemeldet. Hiervon haben 15 Prozent der Nutzer finanzielle Verluste zwischen 200 und 400 Dollar erlitten. Die Redmonder betonen, niemals von sich aus Kunden zu kontaktieren. Zudem erhalten seriöse Fehlermeldungen des Betriebssystems keine Telefonnummern.
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