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Fundamentale Neuentdeckungen: Saturn-Ringe haben ein Verfallsdatum

Von John Woll am 05.10.2018 18:35 Uhr
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13 Jahre lang hat die Cassini Expedition das Saturn-System untersucht und dabei viele neue Erkenntnisse über den Ringplaneten und seinen Begleiter geliefert. Jetzt ergab die Auswertung der letzten Messwerte vor Missionsende weitere spektakuläre Ergebnisse: Ein ständiger Material­regen Richtung Saturn sorgt dafür, dass die Ringe sich langsam auflösen.

Die Ringe regnen viel schneller auf den Saturn als gedacht

Mit Cassini hat die Nasa eine ihrer bislang spektakulärsten Missionen vor Kurzem zu Ende gebracht, indem die fünf Tonnen schwere Sonde kontrolliert in die Atmosphäre von Saturn gelenkt wurde, um dort zu verglühen. Während die Kameras bei diesem Sturzflug-Manöver bereits ihren Dienst eingestellt hatten, waren mit acht Messgeräten an Bord weiter Daten gesammelt und bis zur letzten Sekunde übertragen worden. Die Messungen, die während dieses "Grand Finale", wie die Nasa das letzte Manöver taufte, gesammelt wurden, führen jetzt zu einer ganzen Reihe an neuen Studien, die im Fachjournal "Science" veröffentlicht wurden.

Saturnsonde Cassini: Spannende Aufnahmen freigegeben
Dabei zeigen sich die Wissenschaftler vor allem von zwei Erkenntnissen überrascht. "Die eine ist die chemische Komplexität jenes 'Regens', kleiner Teilchen aus diesem Ring, die zweite ist die Menge an Material, das fortlaufend in Richtung Saturnoberfläche fällt", so Thomas Cravens von der University of Kansas. Diese Tatsache verleitet die Wissenschaftler laut Der Standard dann zu dem Schluss, dass die Lebensdauer des Ringsystems wohl kürzer ist als erwartet: "Werden diese Teilchen nicht irgendwie ersetzt, müssen wir bei den Ringen wohl von einem Ablaufdatum ausgehen."


Mit den aktuell verfügbaren Daten lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wie lange dieser Abbauprozess noch dauern wird. Die Wissenschaftler kommen aber zu dem Schluss, dass das Material "mindestens zehnmal schneller als gedacht" aus den Ringen in Richtung Saturn rieselt. "Solche Ringsysteme scheinen zu kommen und zu gehen", so Cravens.

Veränderungen in der Atmosphäre

Die große Menge an Material, die auf den Saturn rieselt, dürfte auch die Atmosphäre des Planeten laut den Wissenschaftlern wohl langfristig deutlich verändern. Die Cassini-Daten legen dabei nahe, dass vor allem "die äußeren Schichten der Saturnatmosphäre im Bereich des Äquators" stark beeinflusst werden. "Was dort allerdings genau passiert, ist selbst mit unseren neuen Daten noch nicht völlig verständlich."
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