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WhatsApp-Co-Gründer: "Habe die Privatsphäre meiner Nutzer verkauft"

Von Witold Pryjda am 27.09.2018 10:19 Uhr
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Beide WhatsApp-Gründer sind inzwischen nicht mehr beim sozialen Netzwerk Facebook beschäftigt, Brian Acton verließ das Unternehmen 2017, Jan Koum kündigte seinen Rückzug im Mai dieses Jahres an. Beide kritisierten im Zuge ihres Ausscheidens den Umgang mit Datenschutz, Acton hat in einem Interview nun kräftig nachgelegt.

WhatsApp-Nutzung nimmt weiter zu

Facebook hat WhatsApp vor rund vier Jahren für die stolze Summe von 22 Milliarden Dollar gekauft. Der Messenger war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Quasi-Standard, dessen beiden Gründer machte das Geschäft zu Milliardären. Doch beide kehrten dem Social Network den Rücken zu. Für Acton hatte der etwas zu frühe Abgang einen ordentlichen finanziellen Schaden, denn aus Aktien-technischen Gründen entgingen ihm durch den vorzeitigen Ausstieg 850 Millionen Dollar.

Streitthema Werbung

Der Grund für den Bruch mit Facebook waren unüberbrückbare Differenzen in Bezug auf das Geldverdienen. Denn Koum und Acton stemmten sich bis zuletzt dagegen, das lukrative, aber invasive Werbemodell von Facebook zu adaptieren. Denn dieses setzt intensiv auf persönliche Daten, damit Werber ihre Anzeigen auf den Nutzer maßschneidern können.

Das hat zu ziemlich großen Differenzen mit Facebook-CEO Mark Zuckerberg und COO Sheryl Sandberg geführt, so Insider. In einem Porträt von Forbes legte Acton nun nach und meinte, dass er für den "großen Nutzen die Privatsphäre meiner Nutzer verkauft habe". Acton sagte, dass er eine Entscheidung und einen Kompromiss getroffen habe "und ich muss damit jetzt jeden Tag leben".

Acton hat bereits im März dieses Jahres Facebook kritisiert und angegriffen, er schloss sich nach dem Cambridge Analytica-Skandal den Forderungen an, wonach Nutzer ihre Facebook-Konten löschen sollen.

Facebook hat sich inzwischen zu den Aussagen von Acton geäußert. David Marcus, Chef der Blockchain-Abteilung von Facebook, hat dazu einen Beitrag verfasst und sagte im Wesentlichen, dass es "unterklassig sei, Leute zu attackieren, die einen zum Milliardär gemacht haben".

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