Jetzt auch mobil Kommentieren!

Milliardär Jack Ma zieht 1-Mio.-Jobs-Zusage an Donald Trump zurück

Von Christian Kahle am 20.09.2018 13:41 Uhr
24 Kommentare
Der chinesische Internet-Unternehmer und Gründer der Alibaba-Group Jack Ma ist auf die derzeitige US-Regierung überhaupt nicht mehr gut zu sprechen. Vor einiger Zeit hatte er dem US-Präsidenten Donald Trump kurz vor dessen Amtseinführung noch zugesagt, in den kommenden Jahren bis zu 1 Million Arbeitsplätze in den USA zu schaffen - dieses Versprechen zog er jetzt offiziell zurück.

Amazon vs. Alibaba - E-Commerce-Riesen im Vergleich

Die Zahl selbst dürfte ohnehin etwas übertrieben gewesen sein und wurde wohl gewählt, weil einfach eine eindrucksvolle und runde Summe her sollte. Eine Expansion von Alibaba, dem von Jack Ma gegründeten riesigen Handelskonzern, in die USA, hätte dort aber wohl durchaus sehr viele Leute beschäftigt - vor allem, wenn man jene mitrechnet, die so indirekt zu einem Auskommen gelangen.

Wie der Unternehmer nun aber gegenüber der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua erklärte, nehme man von einem verstärkten Engagement in den USA inzwischen ein gutes Stück Abstand. Das Versprechen erfolgte auf der Annahme einer freundlichen Partnerschaft zwischen den USA und China und "vernünftigen Handelsbeziehungen", erklärte Ma. Eine solche Grundlage sei aktuell aber schlicht nicht mehr gegeben.

Verhärtete Fronten

Der Unternehmer spielte damit auf die immer weitergehenden Verschärfungen im Handelsstreit zwischen der US-Regierung und China an. Selbst wenn man bei Alibaba weiterhin an Aktivitäten in den USA interessiert wäre, müsste man doch damit rechnen, massive Hürden in den Weg gestellt zu bekommen. Ma hatte zuvor schon die Einschätzung geäußert, dass die Auseinandersetzung, die derzeit in immer neuen Strafzöllen mündet, jahrzehntelange Folgen nach sich ziehen wird.

In den USA hatte man vor allem befürchtet, dass ein Markteinstieg Alibabas heimische Internet-Marktplätze wie eBay massiv unter Druck setzen würde. Auf der anderen Seite wäre es insbesondere auch für einen guten Teil von Trumps Kernwählerschaft hilfreich, wenn der Konzern einige seiner in China erprobten Konzepte mitbringen würde.

Im Heimatland ist das Unternehmen vor allem auch damit erfolgreich, vielen kleinen Anbietern einen Kontakt zu zahlreichen neuen Kunden zu ermöglichen. So hat der Konzern beispielsweise eigene Logistik-Wege tief in die ländlichen Regionen Chinas aufgebaut. Dort können nun beispielsweise Bauern ihre Produkte direkt an zahlungskräftigere Kunden in den Städten vermarkten, die bisher weitgehend unerreichbar waren.

Siehe auch: Handelskrieg - Die USA wollen ihr eBay vor der Alibaba-Walze retten
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
24 Kommentare lesen & antworten
Hoch © 2000 - 2019 WinFuture Impressum Datenschutz