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Alibaba schickt klare Kampfansage an Chiphersteller in den USA

Von Christian Kahle am 20.09.2018 09:40 Uhr
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Der chinesische Konzern Alibaba hat eine ziemlich klare Kampfansage in Richtung der USA geschickt. Das Schwergewicht des asiatischen Internet-Marktes steckt jetzt signifikante Ressourcen in die Entwicklung eigener Halbleiter-Produkte, um nicht mehr länger von den Anbietern auf der anderen Seite des Pazifiks abhängig zu sein.

Entsprechene Schritte hatten sich im Grunde angedeutet. Bereits im April hatte Alibaba-Chef Jack Ma bei einer Rede vor Studenten betont, dass die aktuelle Situation im Grunde nicht haltbar ist: "Der Markt für Chips wird von Amerika kontrolliert. Und ihr könnt euch vorstellen, was es bedeutet, wenn sie auf einmal aufhören, diese zu verkaufen", erklärte er. Aus diesem Grund sei es von entscheidender Bedeutung, wenn auch China, Japan und auch andere Länder wieder selbst in den Besitz einer solchen Schlüsseltechnologie kommen.

Alibaba hat in der Vergangenheit schon verschiedentlich in Halbleiter-Startups investiert. Und auch sonst arbeitet China schon länger an Eigenentwicklungen - allerdings ging es hier eher behutsam voran und man ist noch ein gutes Stück davon entfernt, mit Unternehmen wie Intel, Qualcomm und AMD mithalten zu können. Allerdings hat sich hier in der letzten Zeit dann doch einiges getan, wie ein Bericht von CNN zeigt.

ZTE hat China alarmiert

"Der ZTE-Vorfall war ein Weckruf", erklärte der am kalifornischen Claremont McKenna College tätige Politikprofessor Minxin Pei. Die US-Regierung hatte Sanktionen gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster verhängt und diesen aufgrund dessen Abhängigkeit von US-Anbietern schnell in die Knie gezwungen. Einem solchen Risiko wollen sich die chinesischen Unternehmen, die immer stärker in Konkurrenz zu den großen Internet-Konzernen aus den USA treten, nicht mehr aussetzen.

Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Alibaba ausgerechnet jetzt seine bisherigen Aktivitäten im Chip-Sektor in einem neuen Unternehmen zusammenführt. Die neue Tochtergesellschaft heißt Pingtouge Semiconductor Company. Der Name ist eine Referenz auf den Honigdachs, einen Verwandten unserer Marder. Ein herausragendes Merkmal, für das das Tier bekannt ist, ist dessen extrem robuste Haut, die eine regelrechte Rüstung darstellt. Diese ermöglicht es dem Tier, sowohl Bienenstöcke zu plündern als auch Giftschlangen zu erbeuten, weil weder die Stacheln noch Giftzähne das Leder durchdringen können.

Was genau das neue Chip-Unternehmen tun wird, ist noch nicht näher erläutert worden. Man kann allerdings davon ausgehen, dass eines der ersten Ziele darin besteht, Server-Prozessoren zu entwickeln, mit denen Alibaba seine Datenzentren unabhängig von Lieferungen aus den USA konzipieren kann.

Siehe auch: ZTE kann aufgrund der Sanktionen nicht mal mehr Mitarbeiter-Toiletten reparieren
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